31 January 2026, 02:06

Dortmunder Apothekerin schließt Filiale – "Die Belastung war nicht mehr zu stemmen"

Ein Plakat mit Text über Arzneimittelpreisunterschiede im Jahr 2022, darunter einige Flaschen und eine Spritze.

Dortmunder Apothekerin schließt Filiale – "Die Belastung war nicht mehr zu stemmen"

Wafaa Choukrane, Apothekerin in Dortmund, schließt Filiale wegen finanzieller Belastung

Die 34-jährige Apothekerin Wafaa Choukrane hat eine ihrer drei Apotheken in Dortmund schließen müssen – die finanziellen Belastungen wurden zu groß. Der Standort in Wasserburg war nach Monaten mit langen Arbeitszeiten, geringen Kundenfrequenzen und steigenden Verlusten nicht mehr tragbar. Nun konzentriert sie sich darauf, ihre verbleibenden Apotheken am Laufen zu halten, und fordert gleichzeitig Reformen in der Branche.

Erst vor einem Jahr hatte Choukrane zwei Apotheken von Frank Grote übernommen und sich damit plötzlich mit drei Standorten gleichzeitig konfrontiert gesehen – darunter die inzwischen geschlossene Filiale in Wasserburg. Die Arbeitsbelastung wurde schnell unerträglich: Schichten von bis zu 72 Stunden ohne Pausen waren keine Seltenheit.

Besonders problematisch waren die Notdienste. Die Motivation des Personals sank, und es war kaum möglich, Mitarbeiter zu finden, die bereit waren, diese Dienste zu übernehmen. Die pauschale Vergütung deckte die Kosten nicht, was die Suche nach vertretenden Apothekern zusätzlich erschwerte. Trotz ihrer Bemühungen blieb Choukranes Appell an Organisationen und Institutionen, die Bezahlung zu verbessern, unbeantwortet.

Auch die Kundenfrequenz in Wasserburg blieb gering, während die Verluste weiter anstiegen. Um die Versorgung der Patienten aufrechtzuerhalten, verlegte Choukrane die Abläufe in die nahegelegene Ardey-Apotheke, nur 500 Meter entfernt. Aktuell verhandelt sie über zusätzliche Parkplätze an ihren verbleibenden Standorten, um die Erreichbarkeit zu verbessern.

Ohne Anpassungen bei den Erstattungssätzen warnt sie, dass kleine Apotheken wie ihre um ihr Überleben kämpfen müssten. Steigende Personalkosten und stagnierende Fördergelder gefährdeten den lokalen Zugang zu essenziellen Dienstleistungen.

Die Schließung der Wasserburg-Filiale markiert einen Wendepunkt für Choukranes Unternehmen. Zwar führt sie ihre anderen Apotheken weiter, betont aber dringend die Notwendigkeit politischer Veränderungen, um unabhängige Betreiber zu unterstützen. Ohne bessere Finanzierung der Notdienste fürchte sie, dass weitere kleine Apotheken ein ähnliches Schicksal drohe.