DOKOM21 verkauft Essener Glasfasernetz an die Telekom und setzt auf Dortmund
Anna SchmitzDOKOM21 verkauft Essener Glasfasernetz an die Telekom und setzt auf Dortmund
DOKOM21 verkauft Glasfasernetz in Essen an Deutsche Telekom
DOKOM21 hat sein 75 Kilometer langes Glasfasernetz in den Essener Stadtteilen Frohnhausen und Huttrop an die Deutsche Telekom veräußert. Der Schritt erfolgt im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung und nicht aus finanzieller Not – die Erlöse sollen in den Ausbau des Glasfasernetzes in Dortmund reinvestiert werden. Für die Kunden wird der Übergang in den kommenden zwei Jahren mit möglichst geringen Einschränkungen verbunden sein.
Die Entscheidung fiel nach einer Prüfung verschiedener Optionen, darunter der Verkauf lediglich der Infrastruktur bei gleichzeitiger Sicherung des Zugangs über Open-Access-Vereinbarungen. Letztlich entschied sich das Unternehmen für einen vollständigen Verkauf, um den bestmöglichen Preis zu erzielen. Insgesamt wurden Angebote von 27 potenziellen Käufern geprüft, um eine faire Verhandlungsbasis zu gewährleisten.
Hintergrund des Verkaufs sind weder Wettbewerbsbedenken noch die Mitgliedschaft von DOKOM21 im Branchenverband BUGLAS. Vielmehr gab der Wegfall eines Nebenkostenprivilegs zum 1. Juli 2024 den Ausschlag für die strategische Neuorientierung. Wann die Deutsche Telekom den Markt in Essen konkret erschließen wird, liegt in ihrem Ermessen – die Übergabe der Infrastruktur soll jedoch bis Ende 2026 abgeschlossen sein.
Während der Übergangsphase bleiben die Kunden über Glasfaser bis in die Wohnung (FTTH) versorgt, um Ausfallzeiten zu minimieren. Nach dem Wechsel haben sie die Möglichkeit, zu alternativen Anbietern zu wechseln. Die Deutsche Telekom unterstützt zudem bei der Suche nach einem neuen Käufer für das Essener Netz und könnte vorübergehend als Betreiber oder strategischer Partner fungieren, um den weiteren Ausbau zu sichern.
Trotz des Verkaufs zieht sich DOKOM21 nicht aus dem Geschäft zurück. Stattdessen werden Ressourcen umgelenkt, um den FTTH-Ausbau in Dortmund zu beschleunigen und die langfristige Bindung an die Region zu stärken.
Der Deal markiert eine strategische Weichenstellung für DOKOM21: Die Erlöse aus dem Essener Verkauf fließen direkt in die Dortmunder Glasfaserinfrastruktur. Für die Kunden bleibt die Versorgung während der Übergangsphase stabil, während die Beteiligung der Deutschen Telekom für Netzwerkstabilität sorgt. Die finale Abwicklung der Transaktion wird bis Ende 2026 erwartet.