Deutschland wirbt um indonesische Pflegekräfte – und setzt auf ungewöhnliche Methoden
Anna SchmitzDeutschland wirbt um indonesische Pflegekräfte – und setzt auf ungewöhnliche Methoden
Deutschland intensiviert seine Bemühungen, Pflegekräfte aus Indonesien anzuwerben, um dem demografischen Wandel zu begegnen. Bundesbildungsminister Johann Wadephul reiste diese Woche in das Land, um mögliche Kooperationen auszuloten. Gleichzeitig werben auch deutsche Nachrichtendienste und das Militär um Nachwuchs – allerdings mit ganz anderen Methoden.
Im Mittelpunkt von Wadephuls Besuch steht die Bewältigung des wachsenden Bedarfs an ausländischem Pflegepersonal in Deutschland. Bisher werden jährlich nur etwa 1.000 Visa an indonesische Arbeitskräfte vergeben, doch es gibt weiterhin Hürden: Viele scheitern an Sprachbarrieren, Qualifikationslücken oder der fehlenden Anerkennung ihrer Abschlüsse.
Während seiner Reise besucht der Minister religiöse Stätten sowie ein Werk des deutschen Unternehmens LKW AG. Zudem unterzeichnete er Verträge zur Erweiterung des Angebots an Deutschsprachschulen in Indonesien, wo vier neue Standorte entstehen sollen. Aufgrund der jungen Bevölkerung und als bevölkerungsreichstes muslimisches Land der Welt ist Indonesien ein zentrales Rekrutierungsziel.
Parallel dazu gehen der Bundesnachrichtendienst (BND) und die Bundeswehr ungewöhnlichere Wege. Auf der Gamescom, Europas größter Spielemesse, bewerben sie das neue Spiel BND Legends – Operation Blackbox, das die analytischen Fähigkeiten der Spieler testet. Die Bundeswehr setzt hingegen auf Simulatoren und körperliche Herausforderungen, um potenzielle Bewerber anzusprechen.
Mit der gezielten Anwerbung indonesischer Pflegekräfte will Deutschland den Fachkräftemangel abmildern, der durch die alternde Gesellschaft verschärft wird. Der Ausbau der Sprachschulen könnte helfen, aktuelle Hindernisse zu überwinden. Gleichzeitig nutzen BND und Bundeswehr Gaming und interaktive Formate, um im Inland eine jüngere Zielgruppe zu erreichen.






