Claas setzt auf KI: Digitales System revolutioniert die Mähdrescher-Produktion
Mila WalterClaas setzt auf KI: Digitales System revolutioniert die Mähdrescher-Produktion
Ein neues Arbeitssupport-System des Landmaschinenherstellers Claas revolutioniert die Produktion von Mähdreschern. Das digitale Werkzeug, das bereits an 120 Arbeitsplätzen im Werk Harsewinkel im Einsatz ist, stellt Montageanleitungen über eine webbasierte Oberfläche und industrielle Internetanbindung bereit. Geplant ist nun die globale Ausweitung des Systems – aktuell wird ein KI-gestützter Chatbot für Soforthilfe getestet.
Das Projekt ist Teil der übergreifenden Initiative Data Factory NRW, die bereits 51 praxistaugliche Lösungen für KI und Digitalisierung in der Fertigung entwickelt hat. Mit 9,2 Millionen Euro vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert, umfasst das Konsortium hinter der Initiative Schmitz Cargobull, NTT DATA Business Solutions, die Duvenbeck Logistikgruppe, MotionMiners sowie mehrere Fraunhofer-Institute.
Schmitz Cargobull selbst hat über 50 Millionen Euro in ein digitales Fabrikmodell und die KI-basierte Verarbeitung von 3D-Punktwolken für die Produktionsplanung investiert. Das System von Claas hingegen digitalisiert Auftragsabläufe und liefert den Mitarbeitenden Echtzeit-Montageanleitungen. Die Kompetenzplattform KI.NRW hat die Data Factory NRW zudem in ihr Leitprogramm integriert, um KI in Fabrikplanung, Logistik und Unternehmensarchitektur zu verankern. Das Technologienetzwerk it’s OWL, das die Initiative unterstützt, will diese Methoden insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zugänglich machen. Während Schmitz Cargobull und Claas als Leuchtturmfabriken dienen, zielt das Netzwerk auf eine breitere Übernahme ab. Roman Dumitrescu von it’s OWL betont, dass die erprobten Werkzeuge und Strukturen für den branchenweiten Einsatz konzipiert sind – welche KMU sie bereits nutzen, wurde jedoch nicht genannt.
Das System läuft derzeit an 120 Arbeitsplätzen in Harsewinkel, die internationale Expansion ist in Planung. Ein KI-Chatbot für bedarfsgerechte Montageunterstützung befindet sich noch in der Entwicklung. Langfristig wird der Erfolg der Initiative davon abhängen, wie stark KMU die getesteten digitalen und KI-basierten Lösungen übernehmen.