20 March 2026, 18:07

Christian Ulmen: Ex-Frau wirft ihm virtuelle Belästigung und Identitätsdiebstahl vor

Cartoon eines Mannes in einem blauen Hemd, der neben einer Frau auf einem Bett liegt, mit Text und Zahlen drumherum, betitelt mit 'Der Mann, der lacht.'

Christian Ulmen: Ex-Frau wirft ihm virtuelle Belästigung und Identitätsdiebstahl vor

Christian Ulmen, Mitschöpfer und Star der umstrittenen Comedy Jerks, sieht sich schweren Vorwürfen seiner Ex-Frau Collien Fernandes ausgesetzt. Sie wirft ihm vor, sie im Internet impersoniert, explizite Inhalte unter ihrem Namen verbreitet und sie virtuell belästigt zu haben. Die Anschuldigungen entfachen erneut Debatten über Grenzen, Machtmissbrauch und Gewalt in der Unterhaltungsbranche.

Der Fall reiht sich in eine Serie beunruhigender Verhaltensmuster ein, die Ulmens Karriere begleiten – eine Karriere, in der derbe Humor und provokante Stunts oft die Grenze zwischen Inszenierung und Realität verwischten.

Sein Aufstieg begann in den mittleren 2000er-Jahren mit der ProSieben-Realityshow Mein neuer Freund. In jeder Folge spielte Ulmen einen anderen schrecklichen Freund, der Frauen gezielt vor ihren Familien bloßstellte. Das Format lebte von Schockeffekten, wobei seine Figur stets im ungünstigsten Moment ihre schlimmsten Eigenschaften offenbarten.

Später moderierte er Wer will meine Freundin vögeln?, eine Gameshow, in der Männer darum wetteiferten, wer die "heißeste" Freundin hatte. Die Aufgaben waren darauf ausgelegt, die Teilnehmer zu demütigen – und zementierten so eine Kultur der Objektifizierung. Kritiker taten die Sendung damals als platten Unterhaltungstrash ab, doch ihr Tonfall spiegelte Ulmens spätere Projekte wider.

2017 entwickelte er gemeinsam mit Fernandes und Fahri Yardım die Serie Jerks – eine Comedy, in der überzeichnete Versionen ihrer selbst soziale und sexuelle Tabus ausloteten. Die Show löste Diskussionen aus, ob sie problematisches Verhalten verharmloste. Ulmens Alter Ego, der reiche, herablassende Snob Alexander von Eich, kommandierte seine Freundin regelmäßig herum – eine Dynamik, die reale Machtverhältnisse widerspiegelte.

Fernandes, die nun öffentlich spricht, bezeichnet Ulmens Handlungen als "virtuelle Vergewaltigung". Sie behauptet, er habe unter ihrem Namen gefälschte Profile angelegt, pornografisches Material verbreitet und sogar Telefongespräche mit sexuellen Inhalten geführt, während er sich als sie ausgab. Ihr Schritt, an die Öffentlichkeit zu gehen, erinnert an den Appell der Missbrauchsüberlebenden Gisèle Pelicot: "Die Scham muss die Seite wechseln."

Die Beziehung des Paares wurde 2010 bekannt – damals fragten Medien, warum ein "brillanter, geistreicher Intellektueller" wie Ulmen sich mit einer "hübschen, aber austauschbaren" Viva-Moderatorin wie Fernandes einlasse. Die Aussage spiegelte gesellschaftliche Vorurteile wider, doch Fernandes' Schilderungen rücken die Erzählung nun in ein neues Licht: Sie zeichnen das Bild einer systematischen Manipulation und Kontrolle.

Ihre Vorwürfe fügen sich in eine wachsende Liste von Fällen ein, in denen Frauen aus der Unterhaltungsbranche Missbrauch hinter den Kulissen aufdecken. Ulmens Karriere, gebaut auf der Überschreitung von Grenzen für den Lacherfolg, steht nun vor der Frage, wo die Inszenierung aufhört und der Schaden beginnt. Die Folgen könnten eine Auseinandersetzung erzwingen: wie Humor und Macht in den Medien zusammenwirken – besonders dann, wenn der Witz auf Kosten anderer geht.

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