08 June 2026, 10:05

Bochum und Witten suchen nach unterirdischen Wärme-Schätzen für die Energiewende

Tiefe Geothermie: Eine Karte des Bochumer Untergrunds

Bochum und Witten suchen nach unterirdischen Wärme-Schätzen für die Energiewende

Großangelegte Geothermie-Studie soll Untergrund-Potenzial unter Bochum und Witten erschließen

Das Projekt „VESTA CONTRAST“ wird auf einer fünf Kilometer langen Strecke den Untergrund bis in 2.000 Meter Tiefe kartieren. Forscher erhoffen sich die Entdeckung tiefer Thermalwasservorkommen, die eine nachhaltige Wärmeversorgung für Städte ermöglichen könnten.

Die Untergrundschätze des Ruhrgebiets bergen ungenutztes geothermisches Potenzial: Pro 100 Meter Tiefe steigt die Temperatur um etwa 3 °C. Während oberflächennahen Systeme bereits einzelne Häuser beheizen, müssen tiefere Strukturen erforscht werden, um die Technologie im großen Maßstab nutzbar zu machen. Das Projekt soll Daten für ein zukünftiges Wärmespeicherprojekt im Süden Bochums liefern.

Für die Erkundung kommt ein seismisches Reflexionsverfahren zum Einsatz – ähnlich wie Sonar. Entlang der Strecke werden bis zu 600 Geophon-Stationen im Abstand von zehn Metern platziert. Die detaillierten Messungen sollen spätestens im Februar 2025 beginnen.

Bei Erfolg könnten die Ergebnisse die geothermische Wärmeversorgung in weiten Teilen Deutschlands vorantreiben. Experten schätzen, dass so drei Viertel der bestehenden Gebäude und ein Viertel des industriellen Wärmebedarfs gedeckt werden könnten. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz fördert das Vorhaben mit 330.000 Euro.

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Mit „VESTA CONTRAST“ entsteht eine geologische Blaupause für nachhaltige Wärmespeicherung in Bochum. Durch die Identifizierung tiefer Thermalwasservorkommen könnte der Weg für sauberere Energie im Ruhrgebiet geebnet werden. Die Ergebnisse könnten zudem bundesweite Bestrebungen unterstützen, Städte von fossiler Wärmeversorgung unabhängiger zu machen.

Quelle