03 February 2026, 00:10

Bielefelds Apotheken kämpfen gegen unfaire Konkurrenz aus dem Onlinehandel und drohende Schließungen

Ein Plakat mit Text und einem Logo, auf dem "Verringerung der Arzneimittelkosten unter der Biden-Harris-Regierung" steht.

Bielefelds Apotheken kämpfen gegen unfaire Konkurrenz aus dem Onlinehandel und drohende Schließungen

Apotheken in Bielefeld und Umgebung geraten durch unfaire Konkurrenz aus dem Online-Versandhandel, wie Apotal und Baur Versand, zunehmend unter finanziellen Druck. Bielefelds Oberbürgermeisterin Dr. Christiana Bauer, eine ausgebildete Juristin, hat sich nach Gesprächen mit Apothekeninhabern, wie Hauke Stange von der Adler-Apotheke und Vorsitzender der Bielefelder Bezirksgruppe im Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL), nun in die Krise eingeschaltet. Der Rückgang stationärer Apotheken – besonders deutlich im Bielefelder Stadtteil Schildesche – wirft Fragen nach der künftigen Versorgung mit fachgerechter pharmazeutischer Betreuung auf.

Der aktuelle Entwurf der Bundesregierung zur Apothekenreform hat in der Branche weitgehend Enttäuschung ausgelöst. Statt der geforderten Gebührenerhöhungen sieht er lediglich eine unbestimmte Verschiebung vor. Noch problematischer: Der Vorschlag verzichtet auf eine gesetzliche Absicherung der Festpreisbindung für Medikamente – ein zentrales Instrument, das die Bezahlbarkeit für Verbraucher garantiert und das solidarische Gesundheitssystem stabilisiert. Ein weiterer Streitpunkt ist die mögliche Abschaffung der Präsenzpflicht für Apotheker, die Kritiker als Schwächung der Patientenversorgung werten.

Oberbürgermeisterin Bauer hat nun konkrete Schritte angekündigt. Sie will sich auf Bundes- und Landesebene sowie über den Deutschen Städtetag für einen stärkeren Schutz der Apotheken einsetzen. Im Fokus stehen dabei die Unterstützung lokaler Apotheken bei der Bewältigung des Fachkräftemangels sowie die Durchsetzung fairer Wettbewerbsbedingungen gegenüber Versandapotheken, die keine vergleichbare pharmazeutische Betreuung bieten.

Die Folgen der Krise sind bereits spürbar: In Bielefeld-Schildesche ist die Zahl der Apotheken seit 2012 von vier auf nur noch eine geschrumpft. Bundesweit schlossen 2023 insgesamt 497 Apotheken – die genauen Gründe für die einzelnen Schließungen bleiben jedoch unklar.

Ohne rasche Kurskorrekturen könnte sich die finanzielle Schieflage der Apotheken weiter verschärfen und den Zugang zu essenziellen Gesundheitsleistungen zusätzlich erschweren. Bauer setzt sich für gerechtere Rahmenbedingungen ein, doch der Erfolg ihrer Initiativen hängt maßgeblich von Reformen auf Bundesebene ab.