Berlins Kulturschaffende kämpfen um mehr Geld und Aufmerksamkeit im Wahlkampf
Maximilian MaierBerlins Kulturschaffende kämpfen um mehr Geld und Aufmerksamkeit im Wahlkampf
Berlins Kulturszene bringt Kunstförderung in den Wahlkampf
Die Berliner Kulturbranche hat eine Kampagne gestartet, um die Förderung der Künste ins Zentrum der Wahlkampfdebatten der Stadt zu rücken. Die Initiative „Berlin ist Kultur“ eröffnete eine Aktionswoche mit Forderungen nach stärkerer finanzieller Unterstützung. Theater, Künstler:innen und politische Vertreter:innen versammelten sich, um ihre Besorgnis über jüngste Kürzungen und die instabile Finanzierung zum Ausdruck zu bringen.
Kernstück der Kampagne ist die „Berliner Erklärung“, ein Manifest, das fordert, mindestens drei Prozent des Landeshaushalts für Kultur bereitzustellen. Zudem wird der Aufbau verlässlicher, langfristiger Förderstrukturen angemahnt, um Schließungen wie die drohende des Atelierhauses in der Wilsnacker Straße zu verhindern. Unterstützer:innen planen, den Slogan „#deinstimmefürkultur“ in Kultureinrichtungen sichtbar zu platzieren, um das Thema präsent zu halten.
Prominente Stimmen kritisieren die aktuelle Lage scharf. Oliver Reese, künstlerischer Leiter des Berliner Ensembles, bezeichnete die jüngsten Kürzungen als kurzsichtig. Er erzählte eine persönliche Geschichte, wie er mit 14 Jahren in Paderborn das Theater für sich entdeckte – und betonte, wie prägend kulturelle Erfahrungen sein können. Tom Streidel, Tischler am Maxim Gorki Theater, warnte, dass steigende Mieten die Zukunft des Theaters gefährden. Gabi Dan Droste, Leiterin des FELD Theaters, verglich die prekäre Situation der Branche mit dem Mythos von Ikarus, der der Sonne zu nah kam.
Bei der Auftaktveranstaltung waren Politiker:innen der Linken und der Grünen anwesend. Katharina Marg, Ronja Losert und Bertram von Boxberg beteiligten sich an der Diskussion, als die Initiative „Wahl-Prüffragen“ für Kandidat:innen vorstellte. Dazu gehören unter anderem die Unterstützung von Kunstvermittlung in Schulen und die Forderung nach stabiler Kulturfinanzierung.
Ziel der Aktionswoche ist es, den Berliner Wahlkampf mit kultureller Politik zu prägen. Die Erklärung und der öffentliche Druck sollen konkrete Zusagen von den Bewerber:innen erzwingen. Die Organisator:innen hoffen, dass der Vorstoß weitere Schließungen verhindert und den künstlerischen Einrichtungen der Stadt eine dauerhafte Perspektive sichert.






