02 May 2026, 12:08

Bakterien als Hoffnungsträger: Deutschland entwickelt ökologisches Pestizid der Zukunft

Alte Buchumschlagabbildung mit einer Flasche Farmogerm-Insektizid mit klarer Flüssigkeit, deutlicher schwarzer Schrift auf dem Etikett, hellblauem Hintergrund und weißem Rand.

Bakterien als Hoffnungsträger: Deutschland entwickelt ökologisches Pestizid der Zukunft

Deutschland fördert grüne Wirtschaft: Bakterien sollen umweltfreundliches Pestizid produzieren

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Mit einem neuen Forschungsprojekt an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) treibt Deutschland den Wandel hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft voran. In den nächsten fünf Jahren wird dort an der Entwicklung eines ökologischen Pestizids auf Bakterienbasis gearbeitet. Das Vorhaben wird mit 2,7 Millionen Euro vom Bund gefördert und ist Teil der Nationalen Bioökonomiestrategie, die den Übergang zu erneuerbaren Ressourcen und kreislauforientierten Prozessen vorantreibt.

Pestizide sind für die globale Nahrungsmittelproduktion unverzichtbar, doch viele schaden nützlichen Insekten und belasten langfristig die Umwelt. Hier setzt die Nachwuchsforschungsgruppe von Dr. St. Elmo Wilken an der HHU an: Die Wissenschaftler:innen entwickeln eine nachhaltige Alternative – basierend auf Pyrethrinen, natürlichen Bio-Pestiziden, die in der Dalmatinischen Insektenblume vorkommen. Ihr Ansatz ist biotechnologisch.

Das Team wird das Bakterium Vibrio natriegens so modifizieren, dass es diese Wirkstoffe in Bioreaktoren produziert. Statt auf herkömmliche chemische Verfahren zu setzen, nutzen die Forscher:innen holzbasierte Rohstoffe als nachwachsenden Ausgangsstoff. Ziel ist ein skalierbares, halb-synthetisches Verfahren, das die Umweltbelastung deutlich verringert.

Das Projekt mit dem Namen PyreComm ist Teil der Förderinitiative „Kreative Nachwuchstalente für die Bioökonomie“ und wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) unterstützt. Die Initiative richtet sich an junge Wissenschaftler:innen, die innovative Lösungen für die Bioökonomie erforschen. Ein zentrales Element des Programms ist die Zusammenarbeit zwischen Nachwuchsforschenden und etablierten Wissenschaftler:innen, um sowohl praktische als auch inhaltliche Herausforderungen zu meistern.

Bei Erfolg könnte das neue Pestizid beschleunigt nach der EU-Farm-to-Fork-Strategie zugelassen werden. Diese zielt darauf ab, Lebensmittelsysteme gesünder und nachhaltiger zu gestalten – und bietet damit eine mögliche Grundlage für die spätere Kommerzialisierung des Projekts.

Die Arbeit des HHU-Teams könnte eine sichere, erneuerbare Alternative zu herkömmlichen Pestiziden liefern. Mit den 2,7 Millionen Euro Bundesförderung stärkt das Projekt Deutschlands Kurs Richtung Kreislaufwirtschaft. Die Ergebnisse könnten zudem einen Beitrag zu den EU-Zielen für eine nachhaltige Landwirtschaft in den kommenden Jahren leisten.

Quelle