Aus Müllhalde wird Ökostrom: Ahaus baut Solarpark auf stillgelegter Deponie
Mila WalterAus Müllhalde wird Ökostrom: Ahaus baut Solarpark auf stillgelegter Deponie
Stillgelegte Deponie in Ahaus-Alstätte wird zum Solarkraftwerk
Auf einer ehemaligen Mülldeponie in Ahaus-Alstätte entsteht bald ein großer Solarpark. Der Kreistag Borken hat das Projekt genehmigt, das brachliegendes Gelände in eine erneuerbare Energiequelle verwandeln soll. Für die Behörden ist dies eine pragmatische Lösung für das schwer zu erschließende Areal, dessen Boden durch jahrzehntelange Absetzbewegungen des Mülls instabil bleibt.
Die Abfallwirtschaftsgesellschaft Westmünsterland (AWM) zeichnet für den Bau des Solarparks verantwortlich. Die schwierigen Bedingungen vor Ort – nachgebender Untergrund und anhaltende Setzungen – machen die meisten Nutzungsformen unmöglich, doch Solarmodule bieten hier eine realisierbare Alternative. Um staatliche Fördergelder zu erhalten, muss der Park bis Mitte 2025 in Betrieb gehen.
Das Vorhaben könnte zudem die Haushaltskasse der Anwohner entlasten: Die Stromerzeugung aus der Anlage soll helfen, die jährlichen Unterhaltskosten der Deponie zu decken – und möglicherweise die Müllgebühren für die Bürger senken. Darüber hinaus wird geprüft, ob sich der Standort für großflächige Batteriespeicher eignet, um überschüssige Windenergie zwischenzuspeichern.
In Nordrhein-Westfalen häufen sich derlei Projekte. Innerhalb der letzten drei Jahre wurden drei weitere große Solarparks auf ehemaligen Deponien genehmigt: eine 20-Megawatt-Anlage in Duisburg (März 2024), ein 15-Megawatt-Kraftwerk in Köln (Juli 2025) und eine 25-Megawatt-Anlage in Gelsenkirchen (Januar 2026).
Der Solarpark in Ahaus-Alstätte reiht sich damit in einen wachsenden Trend ein, stillgelegte Deponien für saubere Energie zu nutzen. Wird er wie geplant fertiggestellt, trägt er zu den regionalen Ausbauzielen für Erneuerbare bei und verringert gleichzeitig die Instandhaltungskosten. Die geplante Speicherkapazität könnte die Rolle des Standorts bei der Stabilisierung der lokalen Energieversorgung zusätzlich stärken.