13 June 2026, 12:04

Aktivistin spendet umstrittenen Gedichtband von Kulturminister an Nationalbibliothek

"Pilzdeckel" für alle

Aktivistin spendet umstrittenen Gedichtband von Kulturminister an Nationalbibliothek

Die Aktivistin Martha Root hat den Debütgedichtband Kopfpilz von Kulturminister Wolfram Weimer der Deutschen Nationalbibliothek gespendet. Das Buch enthält umstrittene Gedichte wie „Vorfreude“ und „Unglück“, die von manchen als derb und geschmacklos kritisiert werden. Roots Initiative ist Teil einer breiteren Kampagne, um Spenden zu sammeln und eine Debatte über kulturelle Maßstäbe anzustoßen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Spende erfolgte trotz Weimers Entscheidung, den Ausbau der Bibliothek im März zu stoppen. Sein Ministerium bezeichnete die Unterbrechung später als „Moratorium“, nachdem es auf öffentliche Kritik gestoßen war.

Neben der Übergabe des Buches stellte Root eine digitalisierte Version von Kopfpilz auf Archive.org online und machte sie damit frei zugänglich. Zudem plant sie, ein physisches Exemplar zu versteigern, um die Initiative „Lesen Hilft“ zu unterstützen – und aus dem Band so eine Spendenaktion zu machen.

Bekannt wurde Root zuvor, als sie beim Chaos Communication Congress eine rechtsextreme Dating-Plattform infiltrierte. Sie wirft Weimer vor, sich nicht mit seinem frühen Werk auseinanderzusetzen – ein Problem, das sie bei einem Amtsinhaber seiner Position für bedenklich hält. Gleichzeitig betont sie, dass es ihr nicht um einen persönlichen Angriff gehe, sondern darum, eine öffentliche Diskussion über kulturelle Werte anzuregen.

Der Gedichtband ist nun Bestandteil des Bestands der Deutschen Nationalbibliothek. Während eine digitale Fassung online abrufbar ist, wird eine gedruckte Ausgabe für wohltätige Zwecke versteigert. Die Affäre zeigt die anhaltenden Spannungen um kulturelle Verantwortung und die Verwendung öffentlicher Mittel auf.

Quelle