17 March 2026, 10:07

Zuckerrübenanbau in Deutschland kämpft um Überleben gegen Importe und Schädlinge

Nahaufnahme eines Blattsägewespen auf dem Boden zwischen trockenen Blättern und Gras.

Zuckerrübenanbau in Deutschland kämpft um Überleben gegen Importe und Schädlinge

Deutschlands Zuckerrübenanbau steht unter wachsendem Druck

Sinkende Preise, schrumpfende Anbauflächen und Konkurrenz durch zollfreie Importe drücken die Gewinne der Landwirte. Gleichzeitig bieten neue Pflanzenschutzmethoden den Erzeugern, die mit Ertragseinbußen kämpfen, eine dringend benötigte Rettungsleine.

Die Herausforderungen für die Rübenbauern haben sich in den letzten Jahren gehäuft. Seit das vorläufige EU-Mercosur-Handelsabkommen Mitte 2025 in Kraft trat, überschwemmen günstigere Zuckerimporte aus Südamerika den Markt. Bis 2026 war die Anbaufläche in Deutschland um etwa 12 Prozent geschrumpft – von 42.000 Hektar im Jahr 2024 auf 37.000 Hektar. Besonders betroffen sind Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, wo die Rückgänge am stärksten ausfallen.

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Krankheiten und Schädlinge verschärfen die Lage zusätzlich. Stolbur (SBR), Cercospora-Blattfleckenkrankheit und herbizidresistente Unkräuter bedrohen mittlerweile Felder im ganzen Land. Viele Landwirte haben die Rübenproduktion gedrosselt, da die Gewinne schrumpfen, und die Kultur rückt an den Rand ihrer Betriebsstrukturen.

Als Reaktion setzen die Erzeuger auf neue Lösungen, um ihre Ernte zu schützen. Notfallzulassungen für Pestizide halfen zwar, Ausbrüche einzudämmen, doch dauerhafte Genehmigungen würden mehr Planungssicherheit bieten. Erste Versuche mit fortschrittlichen Herbiziden, Fungiziden und Biostimulanzien deuten darauf hin, dass sie die Erträge um 3 bis 7 Prozent steigern könnten – das entspricht bis zu einer zusätzlichen Tonne Zucker pro Hektar.

Ein solches Mittel ist Rinpode, das sich gegen hartnäckige Unkräuter wie Hühnerhirse als wirksam erwiesen hat, ohne die Rüben nennenswert zu schädigen. Betriebsleiter Marius Feldmann, der die Metternich-Ratibor-Corvey KG leitet, setzt das Herbizid ein, um Kosten zu senken und die Rentabilität zu erhalten. Mit nur 2 Gramm pro Hektar bietet es eine ressourcenschonende Option für kämpfende Erzeuger.

Ohne eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit droht dem deutschen Zuckerrübensektor ein weiterer Rückgang. Ein anhaltender Rückzug vom Anbau könnte die regionale Zuckerversorgung gefährden und die langfristige Überlebensfähigkeit der heimischen Produktion in Frage stellen. Fürs Erste bleibt innovativer Pflanzenschutz ein entscheidendes Instrument, um die Branche über Wasser zu halten.

Quelle