ZDF räumt Fälschung ein: KI-generierte Abschiebungsszenen im heute-journal
Maximilian Maier"Skandalöse Fälschung": Scharfe Kritik an der ZDF für die Verwendung von AI-Videos - ZDF räumt Fälschung ein: KI-generierte Abschiebungsszenen im heute-journal
Der deutsche öffentlich-rechtliche Sender ZDF hat eingeräumt, in seiner Hauptnachrichtensendung heute-journal gefälschte, KI-generierte Aufnahmen ausgestrahlt zu haben. Die Beiträge enthielten irreführende Szenen zu Abschiebungen in den USA unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump. Der Vorfall hat scharfe Kritik von Politikern und Medienaufsichtsbehörden ausgelöst.
Eines der Videos zeigte fälschlicherweise, wie Kinder von der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE abgeschoben werden. Eine weitere Aufnahme, die als Abschiebung präsentiert wurde, stammte in Wahrheit von einer Festnahme eines Zehnjährigen in Florida im Jahr 2022 – nach einer Drohung mit einem Schulmassaker. ZDF gab später an, ein technischer Fehler habe dazu geführt, dass die KI-generierten Inhalte nicht korrekt gekennzeichnet wurden.
Die umstrittene Sendung lief im heute-journal, wo Moderatorin Dunja Hayali die Zuschauer auch vor den Gefahren gefälschter Videos im Internet warnte. Die Ironie dieser Mahnung blieb Kritikern nicht verborgen – hatte die Sendung doch selbst manipuliertes Material eingeblaut.
Das KI-generierte Video zeigte, wie Kinder gewaltsam von ICE-Beamten entfernt werden – eine Szene, die sich nie ereignet hat. Die zweite irreführende Aufnahme war zwar echt, wurde aber falsch dargestellt: Sie zeigte die Festnahme eines Kindes durch die Polizei in Florida wegen einer Schusswaffendrohung, nicht eine Abschiebung. Der Beitrag klärte weder die eine noch die andere Ungereimtheit auf.
Politiker reagierten prompt. Der parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU, Steffen Bilger, nannte den Vorfall "zief besorgniserregend" und forderte eine lückenlose Aufklärung. Nathanael Liminski, Mitglied im ZDF-Fernsehrat, bezeichnete ihn als "schweren Fehler" und "dreiste Fälschung". Medienaufseher schlossen sich dieser Kritik an und bewerteten den Vorfall als schweren Vertrauensbruch.
Tatsächlich hatte die Trump-Regierung zwischen 2017 und 2021 die Abschiebungen unbegleiteter Minderjähriger erhöht, mit jährlich zwischen 50.000 und 70.000 Rückführungen. In dieser Zeit wurden Programme wie "Remain in Mexico" und beschleunigte Abschiebeverfahren eingeführt. Die KI-generierten Aufnahmen spiegelten jedoch keine realen Ereignisse wider.
ZDF räumte den Fehler später ein und erklärte, die KI-erzeugten Bilder hätten deutlich als solche gekennzeichnet werden müssen. Der Sender führte das Versäumnis auf einen technischen Fehler zurück, gab aber keine weiteren Details bekannt, wie es zu der Panne kommen konnte.
Der Vorfall wirft Fragen zu den redaktionellen Standards des ZDF und den Risiken KI-generierter Inhalte im Journalismus auf. Politiker und Aufsichtsbehörden fordern nun strengere Schutzmaßnahmen, um ähnliche Fehler künftig zu verhindern. Konkrete Schritte zur Wiederherstellung des Vertrauens hat der Sender bisher nicht angekündigt.






