01 May 2026, 08:08

Willich streitet über höhere Kita-Gebühren und Geschwisterrabatte für Familien

Ein Plakat mit Text und Logo, das versteckte Gebühren in Rechnungen zeigt, die Familien hunderte Dollar monatlich kosten können.

Willich streitet über höhere Kita-Gebühren und Geschwisterrabatte für Familien

In Willich ist eine hitzige Debatte über Kinderbetreuungsgebühren entbrannt, nachdem die Stadt Änderungen bei Geschwisterrabatten und der Gebührenstruktur in Erwägung zieht. Eltern und lokale Initiativen üben scharfe Kritik, während die Verwaltung nach Wegen sucht, den Haushaltsdruck zu verringern, ohne Familien übermäßig zu belasten.

Die Vorschläge kommen zu einer Zeit, in der Willich unter finanzieller Anspannung steht und gezwungen ist, die Kosten für Kitas, Hortbetreuung und Tagespflege zu überprüfen. Den Anstoß gab die CDU, die neue Geschwistergebühren für alle Betreuungsangebote einführen wollte. Bisher erhebt Willich keine Zusatzkosten für Geschwisterkinder, doch Nachbarstädte wie Nettetal und Kempen berechnen bereits 50 Prozent der Gebühr für weitere Kinder.

Bürgermeister Christian Pakusch präzisierte später, dass die Stadt die Geschwisterrabatte nicht komplett streichen wolle. Stattdessen prüfe man Anpassungen bei den Geschwisterbeiträgen und eine dynamische Gebührenanpassung. Der Jugendhilfeausschuss-Elternbeirat (JAEB) lehnte die Pläne jedoch entschieden ab und argumentiert, dass höhere Kosten Familien ungerecht belasten würden.

Eltern bringen zudem grundsätzliche Probleme in der Kinderbetreuung zur Sprache, darunter Personalmangel und Schließungen wie die des Alperhofs. Marlene Mendes, eine Anratherin, kritisierte die Vorschläge scharf und bezeichnete sie als Angriff auf Familien, die ohnehin schon mit steigenden Lebenshaltungskosten kämpften.

Die SPD-Fraktion legte daraufhin einen Alternativplan vor, der Einsparungen von 115.000 Euro für den Haushalt 2026 vorsieht. Sie betont, dass Eltern und Kinder nicht die Hauptlast der Sparmaßnahmen tragen dürften. Gleichzeitig hat der Haupt- und Finanzausschuss eine Überprüfung der Elternbeitragsregelungen angeordnet; Änderungen sollen bis zum 28. April vorliegen.

Die Diskussion zieht sich bereits seit Monaten hin, ohne dass eine Lösung für die Kinderbetreuungsprobleme der Stadt in Sicht ist. Beide Seiten bleiben uneins, wie Haushaltszwänge mit fairer Familienförderung in Einklang zu bringen sind.

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Die Stadtverwaltung muss nun bis Ende April die Elternbeitragsregelungen überarbeiten. Von den Änderungen wären Tausende Familien betroffen, die auf die Willicher Betreuungsangebote angewiesen sind. Das Ergebnis wird auch Maßstäbe dafür setzen, wie die Stadt künftig mit Haushaltsengpässen umgeht – und ob sie gleichzeitig die langjährigen Probleme bei Personal und Einrichtungen löst.

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