15 March 2026, 14:06

Viersen droht bis 2031 die Pleite – 39 Millionen Euro Defizit bis 2026

Ein Blatt mit einer Zeichnung eines Gebäudes, einen Wagen mit Gegenständen und einige Menschen, mit Text unten lesbar "die traurigen und dunklen Auswirkungen der Steuern von 1784".

Viersen droht bis 2031 die Pleite – 39 Millionen Euro Defizit bis 2026

Viersen steht vor einer eskalierenden Finanzkrise: Prognosen zufolge droht bis 2026 ein Defizit von 39 Millionen Euro. Ohne Gegenmaßnahmen könnte die Stadt bis 2031 insolvent werden. Steigende Ausgaben in der Jugendhilfe und wachsende Kreisumlagen bringen den Haushalt an seine Grenzen – dringender Handlungsbedarf ist die Folge.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hat sich zu Wort gemeldet und warnt vor Steuererhöhungen. Stattdessen fordert sie alternative Lösungen, um die Finanzen zu stabilisieren.

Die finanziellen Probleme Viersens resultieren aus stark gestiegenen Ausgaben, insbesondere in der Jugendhilfe und bei den Pflichtabgaben an den Kreis. Diese Belastungen führen zu anhaltenden jährlichen Fehlbeträgen – aktuell wird für 2026 ein Minus von 39 Millionen Euro prognostiziert. Bleibt die Entwicklung ungebremst, könnte die Stadt bereits in fünf Jahren vor der Pleite stehen.

Die IHK bezieht klar Position: Erhöhungen der Grund- oder Gewerbesteuer würden die Wettbewerbsfähigkeit schwächen. Viersen verzeichnet bereits jetzt die zweithöchste Gewerbesteuer für Nicht-Wohngebäude in seinem IHK-Bezirk – weitere Anhebungen könnten Investoren abschrecken. Stattdessen rät die Kammer, den Fokus auf die Ausweisung von Gewerbegebieten zu legen, um steuerzahlende Unternehmen anzuziehen.

Auch interkommunale Zusammenarbeit wird als möglicher Ausweg genannt. Die IHK verweist auf Einsparpotenziale durch gemeinsame Dienstleistungen und schlankere Verwaltungsstrukturen, doch erfolgreiche Beispiele aus Nordrhein-Westfalen sind bisher rar. Zwar beteiligen sich über 20 Kommunen in der Region an landesgeförderten Projekten der Kreislaufwirtschaft, doch eine breitere finanzielle Kooperation lässt weiterhin auf sich warten.

Viersens freiwilliger Konsolidierungsplan stößt bei der IHK auf vorsichtige Zustimmung, wenn auch die steigenden Personalkosten Sorgen bereiten. Gleichzeitig hat die städtische Wirtschaftsförderung Flächen für Gewerbeerweiterungen ausgemacht – ein möglicher Weg zu höheren Einnahmen ohne Steuererhöhungen.

Die Lage in Viersen spiegelt die allgemeinen Herausforderungen in Nordrhein-Westfalen wider. So steht etwa Bergisch Gladbach bis 2026 vor einem 50-Millionen-Defizit – ein weiteres Indiz für die angespannte kommunale Finanzlage.

Nun muss Viersen Sparmaßnahmen mit Einnahmesteigerungen in Einklang bringen. Die IHK-Empfehlungen – mehr Gewbeflächen, interkommunale Kooperation und Verzicht auf Steuererhöhungen – bieten einen Rahmen, doch entscheidend wird die Umsetzung sein. Ohne wirksame Schritte könnte sich die finanzielle Schieflage verschärfen, und die Insolvenz droht ab 2031 real zu werden.

Quelle