Untersuchung findet keine Beweise für rituelle Gewalt in deutschen Bistümern
Maximilian MaierUntersuchung: Keine Hinweise auf Ritualmissbrauch in Diözesen - Untersuchung findet keine Beweise für rituelle Gewalt in deutschen Bistümern
Unabhängige Untersuchung findet keine Beweise für rituelle Gewalt in deutschen Bistümern
Eine unabhängige Untersuchung zu Vorwürfen ritueller Gewalt und organisierten Missbrauchs in mehreren deutschen Bistümern hat keine belastbaren Belege erbracht. Der von der Kölner Kanzlei Feigen-Graf erstellte Bericht prüfte Anschuldigungen gegen hochrangige Kirchenvertreter, darunter Kardinäle und Bischöfe, kam jedoch zu dem Schluss, dass den Vorwürfen konkrete Beweise fehlen.
Die Ermittlungen umfassten fünf Bistümer: Münster, Essen, Paderborn, Hildesheim sowie das Erzbistum Köln. Betroffene wurden befragt, während Psychologen ihre Schilderungen bewerteten. Viele der Beteiligten hatten rituelle Gewalt zunächst nicht beschrieben – solche Behauptungen tauchten erst im Verlauf von Therapien auf.
Der Bericht kritisiert frühere Beratungsstellen in Münster, denen vorgeworfen wird, falsche Erinnerungen verstärkt zu haben. Die beteiligten Psychologen kamen zu dem Ergebnis, dass Schilderungen von rituellem sexuellen Missbrauch wahrscheinlich durch therapeutische Suggestion geprägt waren und nicht auf tatsächlichen Ereignissen beruhten. Auch die Behauptung, es gebe organisierte Netzwerke, die Opfer durch Persönlichkeitsspaltungen manipulierten, wurde als unglaubwürdig zurückgewiesen – hierfür fanden sich keine stichhaltigen Hinweise.
Es gab keine Belege für schwere Straftaten wie Vergewaltigung, erzwungene Abtreibungen oder Tötungsdelikte durch Kleriker. Zwar wurden in den Aussagen mehrere hochrangige Persönlichkeiten genannt – darunter der verstorbene Kardinal Degenhardt –, doch die abschließenden Feststellungen bestätigten, dass es keine objektive Grundlage für die Vorwürfe gibt. Der vollständige Bericht soll in einer geschwärzten und anonymisierten Fassung veröffentlicht werden.
Die Ergebnisse der Untersuchung stellen die Glaubwürdigkeit der Vorwürfe ritueller Gewalt infrage und führen sie auf therapeutische Einflüsse zurück, nicht auf reale Geschehnisse. Da weder organisierte Missbrauchsnetzwerke noch Straftaten von Kirchenvertretern belegt werden konnten, rückt die Rolle der Beratungspraxis bei der Entstehung dieser Schilderungen in den Fokus. Die betroffenen Bistümer sehen sich nun mit der Frage konfrontiert, wie solche Vorwürfe in früheren Unterstützungssystemen behandelt wurden.






