Uli Hoeneß provoziert mit Veganer-Kritik – PETA kontert mit ungewöhnlicher Einladung
Anna KrauseUli Hoeneß provoziert mit Veganer-Kritik – PETA kontert mit ungewöhnlicher Einladung
Uli Hoeneß, der ehemalige Präsident des FC Bayern München, hat mit Kritik an veganer Ernährung in einem aktuellen Podcast für Aufsehen gesorgt. Im Gespräch mit dem bayerischen Radiosender Antenne Bayern behauptete er, pflanzliche Ernährung führe langfristig zu gesundheitlichen Problemen, und bezeichnete Veganer als übermäßig militant. Seine Äußerungen haben nun eine direkte Reaktion der Tierrechtsorganisation PETA hervorgerufen.
Hoeneß, der selbst eine Vorgeschichte mit Herzerkrankungen und Bluthochdruck hat, äußerte sich im Rahmen einer Diskussion über Ernährung. Sein Familienunternehmen HoWe Wurstwaren, das traditionelle Fleischprodukte herstellt, wird derzeit von seinen Kindern geführt – Sabine als persönlich haftende Gesellschafterin und Florian mit Alleinvertretungsbefugnis.
Als Reaktion lud Harald Ullmann, stellvertretender Vorsitzender von PETA Deutschland, Hoeneß ein, am Veganstart-Programm der Organisation teilzunehmen. Der Vorstoß folgt auf jahrelange Studien, die einen Zusammenhang zwischen hohem Fleisch- und Milchkonsum mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes Typ 2 belegen. Bereits 2014 hatte der Geschäftsführer der Rügenwalder Mühle, eines führenden Herstellers pflanzlicher Wurstwaren, öffentlich auf die Gesundheitsrisiken übermäßigen Fleischkonsums hingewiesen.
Der deutsche Markt für Fleischersatzprodukte hat sich seitdem rasant entwickelt. Noch vor einem Jahrzehnt als Nischenprodukt belächelt, stiegen die Umsätze von etwa 20 Millionen Euro im Jahr 2014 auf über 300 Millionen Euro bis 2023 – angetrieben durch Marken wie Beyond Meat und Fry's. Zwar verlangsamte sich das Wachstum nach dem Höhepunkt 2021, doch der Sektor bleibt ein bedeutender Teil der Lebensmittelbranche.
Hoeneß' Kritik kommt zu einer Zeit, in der pflanzliche Lebensmittel in Deutschland weiter an Bedeutung gewinnen. Seine eigenen gesundheitlichen Probleme stehen dabei im Kontrast zu Studien, die die Risiken fleischlastiger Ernährung aufzeigen. PETAs Einladung macht deutlich: Die Debatte über Ernährung – und ihre weiteren gesellschaftlichen Auswirkungen – ist noch lange nicht abgeschlossen.






