03 March 2026, 08:41

Tausende protestieren gegen Björn Höcke bei AfD-Veranstaltung in Dortmunds Rathaus

Eine Gruppe von Menschen marschiert auf einer Straße in Berlin, hält Schilder und Banner hoch und fährt mit Fahrrädern vorbei an einem Gebäude mit Fenstern, Bögen, Säulen, Skulpturen, Bäumen und einem Laternenmast, nimmt an einer Anti-Kriegs-Demonstration teil.

Tausende protestieren gegen Björn Höcke bei AfD-Veranstaltung in Dortmunds Rathaus

Über 3.300 Menschen versammelten sich in Dortmund, um gegen eine rechtsextreme Veranstaltung mit Björn Höcke zu protestieren. Die Demonstration fand vor dem Rathaus statt, wo die AfD ihren Neujahrsempfang in Reutlingen organisiert hatte. Trotz anfänglicher Ablehnung durch den Oberbürgermeister konnte die Veranstaltung nach einer letzten gerichtlichen Entscheidung doch stattfinden.

Die Proteste wurden von den Jusos, den Grünen und der Linksjugend angeführt. Die Organisatoren hatten mit etwa 600 Teilnehmern gerechnet, doch die Polizei meldete eine deutlich größere Menschenmenge.

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Dortmunds Oberbürgermeister Alexander Kalouti (CDU) hatte die Genehmigung für die AfD-Veranstaltung zunächst entzogen, als bekannt wurde, dass Björn Höcke sprechen würde. Die Partei setzte sich jedoch mit einem Eilantrag vor dem Verwaltungsgericht durch. Der Rechtsstreit endete zugunsten der AfD, sodass der Empfang wie geplant stattfinden konnte.

Höcke betrat das Rathaus ohne Zwischenfälle – er kam über die Tiefgarage. Im Inneren nahmen rund 280 Gäste an der Veranstaltung teil, während draußen Tausende protestierten. Oberbürgermeister Kalouti, der öffentlich erklärt hatte, Höcke nicht in "seinem" Rathaus haben zu wollen, schloss sich den Gegenprotesten auf dem Friedensplatz an.

Kritik kam von Volkan Baran, SPD-Landtagsabgeordneter, der Kalouti vorwarf, zu spät reagiert und der AfD damit die Nutzung des Veranstaltungsorts ermöglicht zu haben. Auch Michelle Gnatzy von den Jusos verurteilte die Situation und argumentierte, dass die Zulassung der Rechtsextremen im Rathaus deren Präsenz in der politischen Mitte normalisiere. Im Mittelpunkt des Protests stand die Ablehnung dessen, was die Demonstranten als "Feinde der Demokratie" bezeichneten.

Der Neujahrsempfang der AfD fand wie geplant statt – nach einer gerichtlichen Anordnung, die das Verbot des Oberbürgermeisters aufhob. Die Zahl der Protestierenden übertraf die Erwartungen bei Weitem und machte draußen deutlich Widerstand gegen die Veranstaltung sichtbar. Die Vorgänge werfen Fragen auf, wie lokale Behörden mit rechtsextremen Versammlungen in öffentlichen Gebäuden umgehen sollten.