Solingens größte evangelische Kirche schließt nach jahrzehntelangem Kampf um den Erhalt
Anna SchmitzSolingens größte evangelische Kirche schließt nach jahrzehntelangem Kampf um den Erhalt
Die Evangelische Kirche in Solingen, das größte evangelische Gotteshaus der Stadt, wird innerhalb der nächsten fünf Jahre schließen. Pfarrer Christian Menge bestätigte die Entscheidung und führte langjährige finanzielle Schwierigkeiten an, die die Zukunft der Kirche unhaltbar gemacht hätten. Die Ankündigung markiert das Ende eines jahrzehntelangen Kampfes um den Erhalt der Kirche, die bereits 2011 kurz vor der Schließung stand.
Damals war die Evangelische Kirche 2011 noch einmal vor der Schließung bewahrt worden, als eine Spendenaktion ausreichend Mittel aufbrachte, um die sofortige Aufgabe abzuwenden. Doch die anhaltenden finanziellen Belastungen zwingen die Kirchenverwaltung nun, weitere Rettungsversuche aufzugeben. Die Gottesdienste werden in den kommenden Jahren schrittweise auslaufen, ein konkretes Datum für den letzten Gottesdienst steht jedoch noch nicht fest.
Sogar die historischen Glocken der Kirche, die bald ihr 75-jähriges Jubiläum feiern, werden nur noch ein letztes Mal zu einem Abschiedsgottesdienst läuten. Bis zu ihrem 80. Jahr werden sie für immer verstummen. Während die Evangelische Kirche der jüngste prominente Fall ist, sehen sich zahlreiche weitere protestantische Kirchen in ganz Deutschland ähnlichen finanziellen Bedrohungen ausgesetzt – auch wenn die genauen Zahlen unklar bleiben.
Die Entscheidung spiegelt einen größeren Trend sinkender Ressourcen und rückläufiger Besucherzahlen in traditionellen Gemeinden wider. Trotz ihrer Bedeutung als größte evangelische Kirche Solingens konnte die Evangelische Kirche den Betrieb auf Dauer nicht aufrechterhalten.
Mit der Schließung endet eine jahrzehntelange Tradition des Gottesdienstes in der Evangelischen Kirche. Ihre Glocken, einst ein vertrauter Klang in Solingen, werden bei einem letzten Gottesdienst ein letztes Mal erklingen. Ohne weitere Eingriffe steht die künftige Nutzung des Gebäudes – oder ein möglicher Abriss – noch nicht fest.






