Solingen setzt auf moderne Bestattungskultur: Urnengräber und pflegeleichte Alternativen boomen
Maximilian MaierSolingen setzt auf moderne Bestattungskultur: Urnengräber und pflegeleichte Alternativen boomen
Solingens evangelische Friedhöfe verzeichnen seit Jahren einen deutlichen Wandel in den Bestattungspraktiken. Während klassische Sargbestattungen seltener werden, gewinnen moderne, pflegeleichte Alternativen zunehmend an Beliebtheit. Die Gesamtzahl der Beerdigungen bleibt jedoch stabil – jährlich finden etwa 800 bis 850 Bestattungen statt.
Besonders stark gestiegen ist seit 2014 die Zahl der Urnenbeisetzungen. 2022 machten sie bereits über zwei Drittel aller Bestattungen auf diesen Friedhöfen aus. Dieser Trend hat zur Einführung neuer Bestattungsformen geführt, darunter Wiesengräber, Kolumbarien und Baumbestattungen.
Viele der neueren Grabstätten sind mit schlichten Stein- oder Rasenplatten gekennzeichnet, die den Namen der oder des Verstorbenen tragen. Sie erfordern kaum Pflege, da die Friedhofsverwaltung die Instandhaltung gegen eine einmalige Gebühr übernimmt, die bereits in den Grabkosten enthalten ist. Das kommt Angehörigen entgegen, die sich nicht langfristig um die Grabpflege kümmern möchten.
Zu den besonderen Angeboten zählen etwa das „Kunst- und Kultur“-Urnengrab oder der „Garten der Hoffnung“ als gemeinschaftlich nutzbarer Raum. Zudem ermöglicht eine geänderte Regelung nun auch Bestattungen für Nicht-Mitglieder der Gemeinde.
Der Anstieg der Urnenbeisetzungen und pflegeleichten Varianten spiegelt den Wandel der Wünsche in Solingen wider. Diese Alternativen bieten Familien praktikable Lösungen, während die jährliche Zahl der Bestattungen konstant bleibt. Die meisten der neuen Grabformen werden mittlerweile von der Friedhofsverwaltung betreut – eine Entlastung für die Hinterbliebenen.
