Solingen plant radikale Kirchenreform: Welche Gebäude bleiben – und welche nicht?
Anna KrauseSolingen plant radikale Kirchenreform: Welche Gebäude bleiben – und welche nicht?
Solingen plant tiefgreifende Umstrukturierung seiner Immobilien
Der Evangelische Kirchenkreis Solingen steht vor weitreichenden Veränderungen bei seinen Gebäuden. Rückläufige Mitgliederzahlen und schrumpfende Finanzmittel zwingen zu einer Neuausrichtung der Nutzung von Kirchen und Gemeinschaftszentren. Eine vorläufige Liste teilt die Liegenschaften nun in drei Kategorien ein: langfristiger Erhalt, weitere Prüfung oder keine kirchliche Nutzung mehr in der Zukunft.
Eine siebenköpfige Arbeitsgruppe unter Leitung von Hartmut Hoferichter hat monatelang an einer nachhaltigen Strategie gearbeitet. Ihr Auftrag war klar: Bis Mitte der 2030er Jahre muss der Kirchenkreis mit einem Rückgang der finanziellen Mittel um 50 Prozent umgehen – und gleichzeitig das Ziel der Klimaneutralität bis 2035 erreichen. Die am 11. Februar 2026 veröffentlichten Vorschläge markieren den Start einer Konsultationsphase.
Eine Entscheidung war bereits vor Veröffentlichung der Liste gefallen: Die Lutherkirche samt ihrem Gemeinschaftshaus in Solingen gilt ab 2030 als nicht mehr für den Kirchbetrieb nutzbar. Andere Standorte wie die zentral gelegene City-Kirche Mitte werden weiter geprüft, da sie gut erreichbar sind und vielfältige Funktionen erfüllen.
Superintendentin Ilka Werner betonte die Transparenz des Prozesses und dankte der Arbeitsgruppe für ihre Vorarbeit. Nun sollen Rückmeldungen gesammelt werden; Anpassungen sind noch vor der außerordentlichen Synode am 14. März 2026 möglich. Die endgültigen Beschlüsse müssen bis Ende 2027 gefasst werden.
Die Umstrukturierung bringt finanzielle, organisatorische und emotionale Herausforderungen mit sich. Viele Gebäude prägen seit Jahrzehnten das Gemeinschaftsleben – für die Gemeinden ist der Abschied schwer.
Ziel der Pläne ist es, die Zukunft des Kirchenkreises trotz knapper Kassen und ökologischer Vorgaben zu sichern. Ein finaler Gebäudekonzeptentwurf entsteht nach der Synode und weiteren Beratungen. Bis Ende 2027 soll der Prozess abgeschlossen sein und die Weichen für eine neue Ära der Solinger Kirchenlandschaft stellen.
Lutherkirche veranstaltet trotz Schließungsplänen große Events
Neue Details zeigen, dass die Lutherkirche weiterhin wichtige Dienste und kulturelle Veranstaltungen anbieten wird, trotz ihres Schließungsplans im Jahr 2030. Die Klarstellung beantwortet öffentliche Bedenken bezüglich der Zukunft des Gebäudes:
- Großer Weihnachtsgottesdienst, Taufen und kulturelle Veranstaltungen finden weiterhin in der Lutherkirche statt.
- Die Kirche wird ihre Rolle als kulturelle Einrichtung nach 2030 ausbauen.
- Vier Kirchen (z.B. Evangelische Stadtkirche Ohligs) werden langfristig erhalten.






