22 March 2026, 10:05

Riesige Wasserleitung für Hambach-See: RWE startet 45-Kilometer-Projekt trotz ökologischer Bedenken

Ein detailliertes altes Kartenbild des Rheins in Deutschland, das Flüsse, Städte und geografische Merkmale zeigt, mit Text oben und unten.

Riesige Wasserleitung für Hambach-See: RWE startet 45-Kilometer-Projekt trotz ökologischer Bedenken

Großes Wasserleitungsprojekt nahe dem Tagebau Hambach offiziell gestartet

In Elsdorf hat offiziell der Bau einer großen Wasserleitung in der Nähe des Braunkohletagebaus Hambach begonnen. Das 45 Kilometer lange System soll Rheinwasser in ehemalige Kohlegruben leiten, die langfristig zu neuen Seen geflutet werden. Lokale Verantwortliche und der Energiekonzern RWE feiern das Vorhaben als wichtigen Schritt zur Umgestaltung der regionalen Landschaft.

Bei der feierlichen Grundsteinlegung wurde der Baubeginn eingeläutet, doch Umweltschützer bleiben skeptisch. Bereits jetzt mehren sich Bedenken hinsichtlich der Wasserqualität, möglicher Kontaminationsrisiken und der langfristigen Nachhaltigkeit des Projekts.

Die Pipeline wird sich über 45 Kilometer erstrecken und aus 10.000 Einzelrohren bestehen – einige mit einem Durchmesser von bis zu 2,2 Metern. Ab 2030 soll sie Rheinwasser in den Tagebau Hambach umleiten, gefolgt von Garzweiler und Inden ab 2036. Allein das Befüllen der Seen wird 40 Jahre dauern, und selbst danach wird über Jahrzehnte hinweg ein kontinuierlicher Wasserzufluss nötig sein.

RWE hat bereits Genehmigungen für die Wasserentnahme und den Leitungsbau erhalten, doch eine entscheidende Zulassung steht noch aus: Die endgültige Einleiteerlaubnis für das Rheinwasser in Hambach ist noch nicht erteilt. Das entsprechende Antragsverfahren soll im Herbst 2026 beginnen. Die Bezirksregierung Arnsberg, die den Pipeline-Bau im Januar 2026 bewilligt hatte, wird über die Erteilung entscheiden.

Elsdorfs Bürgermeister Andreas Heller sieht in dem künftigen See eine Chance, die Stadt bekannter zu machen – er schlägt sogar eine Umbenennung in "Elsdorfer See" vor. RWE-Vorstandsmitglied Lars Kulik bezeichnete das Projekt als Symbol für "Verlässlichkeit und Zukunftschancen" und verwies auf neue Tourismusmöglichkeiten, Arbeitsplätze und den Erhalt von Feuchtgebieten. Kritiker wie Andreas Büttgen von der Initiative "Bürirer für Bürir" warnen jedoch, RWE könnte sich bei auftretenden Problemen aus der Verantwortung stehlen.

Zusätzliche Diskussionen gibt es um Microsofts neues Hyperscale-Rechenzentrum in der Region, das enorme Wassermengen zur Kühlung benötigen wird. Angesichts der ohnehin schon komplexen Wasserumverteilung in der Region stellen sich Fragen nach möglichen Engpässen.

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Der Bau der Pipeline hat zwar begonnen, doch ihr langfristiger Erfolg hängt von noch ausstehenden Genehmigungen und ökologischen Risiken ab. Bei einer Umsetzung nach Plan werden die ehemaligen Bergbaugebiete in den nächsten vier Jahrzehnten zu Seen umgestaltet. Entscheidend wird sein, wie sich der industrielle Wasserbedarf mit den Ansprüchen der lokalen Ökosysteme und Gemeinden in Einklang bringen lässt.

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