Piers Morgan verlässt wütend Live-Sendung nach provokanter Influencer-Attacke
Anna SchmitzPiers Morgan verlässt wütend Live-Sendung nach provokanter Influencer-Attacke
Eine live im Fernsehen übertragene Konfrontation zwischen Piers Morgan und dem Influencer Harrison Sullivan endete abrupt, als der Moderator wütend seine eigene Sendung verließ. Der Streit eskalierte in der Show Uncensored, nachdem Sullivan in Netflix' umstrittenem Dokumentarfilm Inside the Manosphere aufgetreten war. Die Spannungen erreichten ihren Höhepunkt, als Sullivan Morgan mit einem provokanten Foto seiner Ehefrau herausforderte.
Der Vorfall löste seitdem weitere Debatten aus, nachdem Sullivan seinen "Sieg" online verkündete, indem er Ausschnitte von Morgans Abgang teilte. Die Auseinandersetzung steht im Kontext der breiteren Kontroverse um die Darstellung extremer Männlichkeitsideale in dem Dokumentarfilm.
Der Streit begann, als Sullivan in Morgans Sendung eingeladen war, um über seine Rolle in Inside the Manosphere zu sprechen – einem Netflix-Film, der Influencer untersucht, die ultra-konservative oder extreme Ansichten über Männlichkeit verbreiten. Gleich zu Beginn des Gesprächs hielt Sullivan ein ausgedrucktes Bild von Morgans Ehefrau Celia Walden in Bikini hoch, kombiniert mit einem Schild mit der Aufschrift "Pool Boy". Morgan reagierte wütend, nannte Sullivan einen "verdammten Idioten" und bezeichnete ihn als "sexistisch", "frauenfeindlich" und "homophob".
Innerhalb weniger Minuten forderte Morgan die Produzenten auf, die Verbindung zu unterbrechen, und erklärte das Interview für "sinnlos". Daraufhin stand er auf und verließ wortlos das Studio, woraufhin die Sendung abrupt endete. Sullivan nutzte später die sozialen Medien, um den Moderator zu verspotten, veröffentlichte Ausschnitte von Morgans Abgang und behauptete, er habe die Auseinandersetzung gewonnen.
Der Dokumentarfilm selbst sorgte bereits vor seiner offiziellen Veröffentlichung für scharfe Kritik. Medien wie die Schweizer Publikationen L'essentiel und 20 Minuten beschrieben ihn als Enthüllung über die toxischen Auswirkungen von Männlichkeitsklischees auf junge Männer. In einer YouTube-Reaktion vom 17. März 2026 äußerte Ross Jeffries – eine im Film interviewte Persönlichkeit – Abscheu über die Darstellung der "Alpha-Male"-Kultur und bezeichnete sie als Verfall in Materialismus und Ausbeutung unreifer Jugendlicher. Er verglich dies mit einem deutlich freundlicheren Interview, das Louis Theroux im Jahr 2000 mit ihm geführt hatte, und kritisierte die härtere Behandlung anderer porträtierter Influencer im Film.
Die live übertragene Auseinandersetzung hat die Aufmerksamkeit auf Sullivan und die Themen des Dokumentarfilms weiter verstärkt. Morgans Abgang zählt zu den spektakulärsten Momenten seiner Moderatorenkarriere, während Sullivans provokante Social-Media-Posts den Streit verlängerten. Gleichzeitig spiegeln die Reaktionen auf Inside the Manosphere die tiefen Gräben wider, die es bei der Darstellung moderner Männlichkeit und der Influencer, die sie prägen, gibt.






