21 February 2026, 10:09

Pflege- und Sozialberufe: Löhne steigen stark – doch die Gehaltslücke bleibt

Ein Plakat mit zwei Fotos von Krankenschwestern links und Text rechts, der "Woche der Krankenschwestern 2020: Mitgefühl, Expertise, Vertrauen" lautet, mit einem Logo unten rechts.

Pflege- und Sozialberufe: Löhne steigen stark – doch die Gehaltslücke bleibt

Löhne in Deutschlands Gesundheitswesen, Sozialdiensten und Pflege steigen deutlich – doch die Gehälter hinken noch hinterher

In den letzten fünf Jahren sind die Löhne in den deutschen Gesundheits-, Sozial- und Pflegeberufen deutlich gestiegen. Zwischen 2021 und 2025 lagen die Gehaltssteigerungen mit 15 bis 20 Prozent über denen in Branchen wie der Industrie oder dem Einzelhandel. Dennoch bleiben die Einkommen in diesen Bereichen weiterhin hinter Sektoren wie IT oder Ingenieurwesen zurück.

Drei große Arbeitgeber – Caritas Dortmund, Diakonie Stetten und die Johanniter-Unfall-Hilfe – zeigen dabei deutliche Unterschiede bei der Bezahlung, der Mitarbeiterzufriedenheit und der Unternehmenskultur.

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Tarifverträge und Anpassungen des Mindestlohns haben das jüngste Lohnwachstum vorangetrieben. So brachte etwa der TVöD-Pflege-Tarifvertrag 2023 Pflegekräften monatlich 340 Euro mehr ein. Dadurch liegen die Verdienste in diesem Bereich nun deutlich über dem nationalen Durchschnitt anderer Branchen.

Caritas Dortmund führt bei der Mitarbeiterbewertung: Mit 4,5 Sternen auf kununu und einer Weiterempfehlungsquote von 93 Prozent liegt der Träger weit vorne. Die Bewertung der Unternehmenskultur übertrifft den Branchendurchschnitt um 19 Prozent, während die Gehaltszufriedenheit bei 75 Prozent liegt – 17 Punkte höher als im Schnitt. Die Organisation zahlt Erzieher:innen in der Frühpädagogik die höchsten Löhne des Sektors, allerdings variieren die Gehälter stark. Während Hauswirtschaftsleiter:innen rund 26.900 Euro jährlich verdienen, kommen Pflegedienstleitungen auf bis zu 62.300 Euro.

Diakonie Stetten folgt dicht dahinter mit 4,3 Sternen auf kununu und einer Weiterempfehlungsrate von 84 Prozent. Hier sind die durchschnittlichen Pflegegehälter unter den drei Arbeitgebern am höchsten – sie reichen von 33.500 Euro für Pflegehelfer:innen bis zu 89.700 Euro für Marketingleiter:innen. 67 Prozent der Beschäftigten sind mit ihrem Gehalt zufrieden, neun Punkte über dem Branchenschnitt.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe hingegen hinkt sowohl bei den Bewertungen als auch bei der Gehaltszufriedenheit hinterher. Mit 3,4 Sternen auf kununu würden nur 65 Prozent der Mitarbeiter:innen den Arbeitgeber weiterempfehlen. Die Gehälter reichen von 29.600 Euro für Fahrer:innen bis zu 91.200 Euro für kaufmännische Leiter:innen, doch die Zufriedenheit mit der Bezahlung entspricht mit 56 Prozent gerade einmal dem Branchendurchschnitt.

Die Lohnerhöhungen der letzten fünf Jahre haben die Gesundheits- und Sozialbranche im Vergleich zu anderen Sektoren wettbewerbsfähiger gemacht. Dennoch bestehen weiterhin deutliche Unterschiede zwischen den Arbeitgebern: Caritas Dortmund und Diakonie Stetten schneiden sowohl bei der Gehaltszufriedenheit als auch bei den Arbeitsplatzbewertungen besser ab als die Johanniter. Für Beschäftigte in diesen Bereichen bleibt die Bezahlung zwar ein zentraler Faktor – doch auch die Unternehmenskultur und die Karrierechancen spielen eine immer größere Rolle.