Paderborner Erzbistum: Studie enthüllt jahrzehntelanges Versagen bei Missbrauchsfällen
Maximilian MaierStudie klärt sexuellen Missbrauch in der Erzdiözese Paderborn - Paderborner Erzbistum: Studie enthüllt jahrzehntelanges Versagen bei Missbrauchsfällen
Eine neue unabhängige Studie hat schwerwiegende Versäumnisse von Kardinälen im Erzbistum Paderborn aufgedeckt. Dem Bericht zufolge schützten hochrangige Kirchenvertreter über Jahrzehnte hinweg Missbrauchstäter und vernachlässigten die Opfer. Forscher der Universität Paderborn werden die vollständigen Ergebnisse heute um 13.30 Uhr vorstellen.
Die Untersuchung konzentriert sich auf den Zeitraum von 1941 bis 2022 und analysiert die Amtszeiten der Kardinäle Lorenz Jaeger und Johannes Joachim Degenhardt. Ein vorläufiger Bericht aus dem Jahr 2021 hatte bereits gezeigt, dass beide Täter deckten und den Überlebenden von Missbrauch kaum Beachtung schenkten.
Die Veröffentlichung der Studie war ursprünglich wegen pandemiebedingter Verzögerungen durch COVID-19 auf 2026 verschoben worden. Zudem stießen die Forscher auf weitaus mehr Quellenmaterial als erwartet, was zusätzliche Auswertungszeit erforderte.
Das Erzbistum Paderborn umfasst ein großes Gebiet, darunter Teile von Nordrhein-Westfalen von Minden bis Siegen sowie Abschnitte von Herne, Höxter und Waldeck-Frankenberg in Hessen. Auch Bad Pyrmont in Niedersachsen gehört dazu; die katholische Bevölkerung beläuft sich auf etwa 1,3 Millionen Gläubige.
In einer zweiten Phase der Untersuchung wird nun die Amtszeit von Erzbischof em. Hans-Josef Becker, der von 2002 bis 2022 im Amt war, genauer unter die Lupe genommen. Bisher liegt keine offizielle Stellungnahme der katholischen Kirche in Deutschland zu den Vorwürfen in den verfügbaren Quellen vor.
Die Ergebnisse verdeutlichen systemische Versäumnisse bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen innerhalb des Erzbistums. Mit der nun öffentlichen vollständigen Studie ist mit einer weiteren kritischen Prüfung des kirchlichen Handelns zu rechnen. Die zweite Phase der Untersuchung wird die Ermittlungen auf die jüngere Führungsebene ausweiten.






