"Opferpopp 2.0": Halle verwandelt sich im März in ein immersives Requiem für Vergessene

Anna Schmitz
Anna Schmitz
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Das 20. Jahrhundert Theater in Detroit, Michigan, ein Gebäude mit Glaswänden und Namensschildern, umgeben von Bäumen und Strommasten mit Drähten, unter einem bewölkten Himmel.Anna Schmitz

"Opferpopp 2.0": Halle verwandelt sich im März in ein immersives Requiem für Vergessene

Am 5. März 2026 eröffnet in Halle eine immersive Theaterinstallation mit dem Titel Opferpopp 2.0 – Ein Requiem. Die Produktion ist Teil der Reihe ERINNERN IST HEIMAT und verwandelt das nt-Schaufenster am Thalia Theater Halle in ein temporäres "Klubhaus Kluth" – eine Mischung aus Ausstellung, Clubraum und Live-Performance. Besonders Jugendliche ab 14 Jahren sind eingeladen, an diesem Projekt teilzuhaben, das öffentlichen Raum für junge Menschen zurückerobern und sich gleichzeitig schwierigen Themen stellen möchte.

Die Installation läuft an zwölf Abenden vom 5. bis 22. März 2026. Jeder Abend widmet sich einem anderen Thema und hinterfragt Klischees und Vorurteile über sogenannte "Problemkinder" sowie deren Erfahrungen mit Gewalt und Ausgrenzung. Die Besucher:innen können selbst entscheiden, wie intensiv sie sich auf das Stück einlassen, das sich mit Erinnerung, Verlust und dem Weiterleben auseinandersetzt.

Opferpopp 2.0 knüpft an das ursprüngliche Theaterstück Opferpopp aus dem Jahr 2007 an, in dem junge Laiendarsteller:innen ihre realen Kämpfe mit Vernachlässigung und Aggression auf die Bühne brachten. Die Neuauflage verfolgt die Lebenswege dieser Menschen nach und schafft, wie die Veranstalter:innen sagen, ein "Denkmal für die Ausgelöschten" – Biografien, die aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden sind.

Der temporäre Veranstaltungsort "Klubhaus Kluth" ist Alexander Kluth gewidmet, einem Ensemblemitglied der ersten Produktion, der im vergangenen Jahr verstorben ist. Die Reihe richtet den Blick auch auf Halle selbst und untersucht offene Fragen, Verpflichtungen und unbewältigte Wunden der Stadt.

Das Projekt bietet einen Raum für Reflexion und Begegnung, insbesondere für junges Publikum. Durch die Verbindung von Performance, Diskussion und immersiven Elementen will es Geschichten sichtbar machen, die oft ungehört bleiben. Die Installation ist bis zum 22. März 2026 Nacht für Nacht im nt-Schaufenster geöffnet.

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