NRW plant radikales Kita-Modell: Fünf Kernstunden gegen Personalnot und Chaos
Mila WalterNRW plant radikales Kita-Modell: Fünf Kernstunden gegen Personalnot und Chaos
Nordrhein-Westfalens neue Kinderministerin Verena Schäffer (Grüne) schlägt Reform der Kita-Öffnungszeiten vor
Die Ministerin plant die Einführung eines "Kernzeit"-Modells, bei dem Kitas ihre Personalkapazitäten auf fünf feste Stunden pro Tag konzentrieren sollen. Schäffer begründet den Vorstoß mit der Notwendigkeit, mehr Planbarkeit in ein System zu bringen, das unter Personalmangel und unberechenbaren Dienstplänen leidet.
Die Reform sieht vor, dass Kitas im Rahmen des aktualisierten Kinderbildungsgesetzes für die fünf Kernstunden fest angestelltes Fachpersonal einsetzen. Außerhalb dieser Zeiten sollen ergänzende Kräfte mit zweijähriger pädagogischer Ausbildung – statt der üblichen drei Jahre – die sogenannten "Randzeiten" abdecken. Schäffer betont, dass auch diese zusätzlichen Mitarbeiter grundlegende Qualifikationen erfüllen würden.
Kritiker warnen vor Qualitätsverlusten und verweisen auf gemischte Erfahrungen in Ländern wie Frankreich und den Niederlanden. Dort führten ähnliche Modelle zwar zu besserer Personalplanung, aber auch zu höheren Kosten für verlängerte Öffnungszeiten und Problemen bei der Besetzung der weniger attraktiven Schichten. In Deutschland scheiterten Pilotprojekte in Baden-Württemberg und Bayern teilweise an Finanzierungslücken und Personalengpässen – wenn auch einige Regionen von einer verbesserten Work-Life-Balance der Erzieher:innen und stabileren Qualitätsstandards berichteten.
Schäffer räumt ein, dass in ganz NRW ein Mangel an qualifizierten Fachkräften in der Kinderbetreuung herrscht. Gleichzeitig verspricht sie sich von dem neuen System eine Entlastung der Verwaltung und mehr Verlässlichkeit für Teams wie Familien.
Ziel des Modells ist eine effizientere Kita-Organisation bei gleichzeitiger Lösung des chronischen Personalproblems. Umgesetzt würde das Konzept auf eine Mischung aus voll ausgebildeten Stammkräften und kürzer qualifizierten Unterstützungskräften setzen. Ob der Plan gelingt, hängt davon ab, ob es gelingt, Kosten, Qualität und Flexibilität in einem ohnehin schon belasteten Bereich in Einklang zu bringen.
New Minister Appointed Weeks Before Kita Reform Proposal
Verena Schäffer was officially appointed as Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration on 27 January 2026, succeeding Josefine Paul who had resigned. The formal swearing-in took place the following day. This recent appointment provides context for her proposed Kita reform, which follows her official assumption of office.






