24 April 2026, 20:17

NRW führt Punktesystem für ökologische Solarpark-Bewertung ein – doch Kritik bleibt

Luftaufnahme eines Solarparks mit Solarpanelen auf einem Feld, umgeben von Bäumen, Gras, Pflanzen und Wasser, mit einem Zug auf einer nächsten Eisenbahnschiene.

NRW führt Punktesystem für ökologische Solarpark-Bewertung ein – doch Kritik bleibt

Nordrhein-Westfalen veröffentlicht neue Richtlinien zur ökologischen Bewertung von Freiflächen-Solaranlagen

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hat neue Leitlinien für die Bewertung der ökologischen Auswirkungen von Solarparks auf Freiflächen vorgelegt. Die Landesanstalt für Natur, Umwelt und Klimaschutz hat die Regeln erarbeitet, um die Berechnung von Ausgleichsmaßnahmen im gesamten Land zu vereinheitlichen. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund der ehrgeizigen Pläne des Bundeslandes, seine Solarkapazitäten in den kommenden Jahrzehnten deutlich auszubauen.

Die Richtlinie führt ein Punktesystem von null bis fünf ein, um verschiedene Bereiche einer Solaranlage zu klassifizieren. Vollständig versiegelte Flächen wie Zufahrtswege erhalten die Note null und müssen vollständig ausgeglichen werden. Teilversiegelte Bereiche, etwa Schotterwege, werden mit einem Punkt bewertet – ebenso wie die Flächen direkt unter den Solarmodulen.

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Auch die Abstände zwischen den Modulreihen werden in die Bewertung einbezogen, wobei Abzüge je nach angestrebtem Lebensraum vorgenommen werden. Um die ökologische Verträglichkeit zu verbessern, empfiehlt die Behörde, die Reihen mindestens fünf Meter voneinander zu beabstanden, die Unterkanten der Module 0,8 Meter über dem Boden zu halten und auf Betonfundamente zu verzichten.

Nordrhein-Westfalen strebt an, seine Solarkapazität bis 2030 auf 21 bis 27 Gigawatt und bis 2040 auf 50 Gigawatt zu steigern – dabei setzt das Land stark auf Freiflächenanlagen. Doch der Bundesverband Erneuerbare Energie äußert Bedenken: Er hinterfragt die wissenschaftliche Grundlage der Punktvergabe und kritisiert, dass einige Abzüge zu niedrig angesetzt seien. Der Verband warnt, dass strengere Ausgleichsregeln viele Solarprojekte wirtschaftlich unattraktiv machen könnten.

Die neuen Richtlinien sollen den Ausbau der erneuerbaren Energien mit dem Naturschutz in Einklang bringen. Projektentwickler müssen künftig ein standardisiertes Verfahren bei der Berechnung ökologischer Ausgleichsmaßnahmen anwenden. Wie sich die Regeln in der Praxis auswirken, wird davon abhängen, wie konsequent sie umgesetzt werden.

Quelle