Nordrhein-Westfalen tanzt gegen Gewalt: One Billion Rising startet mit 30 Aktionen
Mila WalterTanz-Aktionen in Städten - Zeichen gegen Gewalt an Frauen - Nordrhein-Westfalen tanzt gegen Gewalt: One Billion Rising startet mit 30 Aktionen
Städte in Nordrhein-Westfalen bereiten sich auf die diesjährige One Billion Rising-Kampagne vor
In ganz Nordrhein-Westfalen laufen die Vorbereitungen für die diesjährige One Billion Rising-Aktion. Die globale Bewegung, die sich mit Tanzprotesten gegen Gewalt an Frauen einsetzt, wird in diesem Jahr rund 30 lokale Veranstaltungen veranstalten. Von Siegburg bis Duisburg werden Teilnehmende in öffentlichen Räumen zusammenkommen – online wie vor Ort –, um Veränderung zu fordern.
Die Kampagne wurde 2012 von der US-amerikanischen Künstlerin und Feministin Eve Ensler ins Leben gerufen. Ihr Name verweist auf eine erschreckende Realität: Schätzungsweise eine Milliarde Frauen und Mädchen weltweit werden im Laufe ihres Lebens Gewalt erfahren. Jahr für Jahr verbinden die Proteste digitale Aktivismusformen mit Straßenaktionen und schaffen so eine Mischung aus Online-Teilhabe und lebendigem Engagement vor Ort.
Das diesjährige Motto in Siegburg, "Nein heißt Nein! Auch während des Karnevals!", knüpft die Bewegung an lokale Traditionen an. Unterdessen werden Duisburg und Detmold Tanzdemonstrationen in ihren Innenstädten veranstalten – ein Symbol für globale weibliche Solidarität. Zudem sammeln die Organisator:innen Videoeinreichungen zur Hymne "Women on Fire" für eine weltweite Collage.
Die Medienwissenschaftlerin Astrid Deuber-Mankowsky betont, dass soziale Medien zwar die Reichweite der Proteste vergrößert hätten, die eigentliche Stärke der Kampagne jedoch darin liege, öffentliche Räume zurückzuerobern. Die Euphorie des gemeinsamen Tanzens, so ihre Argumentation, verstärke die emotionale und politische Wirkung. Zwar stehen die endgültigen Teilnehmerzahlen für 2026 noch aus, doch in den vergangenen Jahren gab es massive Beteiligungen in Indien, Südafrika, Kenia und auf den Philippinen – mit Indien als einem der Länder mit den größten Kundgebungen.
Die One Billion Rising-Aktionen wachsen weiterhin und verbinden digitale Sichtbarkeit mit Basisaktivismus. Durch Tanzen auf den Straßen und das Teilen von Videos halten die Teilnehmenden das Thema geschlechtsspezifische Gewalt präsent. Die Kombination aus lokalen Schwerpunkten und globaler Vernetzung sorgt dafür, dass die Botschaft der Bewegung weit über einen einzigen Tag hinaus wirkt.
Massenkundgebung und zweiter AktionsTag für One Billion Rising 2026 angeköndigt
Die One Billion Rising-Kampagne hat in Deutschland eine beispiellose Beteiligung verzeichnet, mit Berichten von 19.000 Menschen, die in 158 Städten am 14. Februar 2026 getanzt haben. Ein zweiter AktionsTag ist nun für den 30. Juli 2026 geplant und erweitert die Wirkung der Bewegung über ihre ursprünglichen 30 geplanten Veranstaltungen hinaus.






