Neue Sandfilteranlage befreit Trinkwasser in Willich und Meerbusch von PFAS-Belastung
Mila WalterNeue Sandfilteranlage befreit Trinkwasser in Willich und Meerbusch von PFAS-Belastung
Neue Sandfilteranlage reinigt PFAS-belastetes Trinkwasser in Willich und Meerbusch-Osterath
Seit Ende Januar ist eine moderne Sandfilteranlage in Betrieb, die PFAS-verunreinigtes Trinkwasser in Willich und Meerbusch-Osterath aufbereitet. Der Bau wurde notwendig, nachdem illegale Entsorgung von Löschschaum einen örtlichen Brunnen kontaminiert hatte. Gegen die Verantwortlichen leiteten die Behörden zudem rechtliche Schritte ein.
Die Probleme begannen 2023, als in Wasser aus dem Anrather Brunnen stark erhöhte PFAS-Werte festgestellt wurden. Daraufhin musste die Stadt den Brunnen vorübergehend stilllegen und eine Lösung erarbeiten. Noch im selben Jahr begannen die Bauarbeiten für die Sandfilteranlage, die nach sieben Monaten für 1,4 Millionen Euro fertiggestellt wurde.
Die neue Sandfilteranlage im Wasserwerk Darderhöfe nutzt acht Aktivkohlefilter, um PFAS sowie Eisen und Mangan aus dem Wasser zu entfernen. Das Wasser aus den Brunnen St. Tönis und Anrath durchläuft diese Filter, bevor es enthärtet und ins Netz eingespeist wird. Täglich werden rund 11.000 Kubikmeter aufbereitet, die etwa 65.000 Einwohner in Willich und Meerbusch-Osterath versorgen.
Erste Tests zeigen, dass die Filter wirksam sind und die PFAS-Werte unter den gesetzlichen Grenzwert senken. Aufgrund der aktuellen Belastung muss die Aktivkohle jedoch alle sechs Monate ausgetauscht werden. Die jährliche Wartung der Anlage schlägt mit zusätzlichen 200.000 Euro zu Buche.
In einem separaten Verfahren wurden kürzlich drei Männer verurteilt, die PFAS-haltigen Löschschaum illegal am Standort entsorgt hatten. Zwei von ihnen erhielten Bewährungsstrafen und Berufsverbote. Unterdessen bereitet der kommunale Versorger eine Klage vor, um Schadensersatz für Bau und Unterhalt der Sandfilteranlage einzufordern.
Das hauseigene Labor des Versorgers überprüft die Wasserqualität mittlerweile zehnmal täglich, um die Einhaltung der aktualisierten Trinkwasserverordnung zu gewährleisten.
Die Sandfilteranlage läuft seit dem 26. Januar, und erste Ergebnisse deuten auf eine erfolgreiche Reduzierung der PFAS-Konzentrationen hin. Der Versorger setzt die Überwachung fort und treibt gleichzeitig die juristischen Schritte voran, um die entstandenen Kosten auszugleichen. Regelmäßige Filterwechsel und laufende Wartungsarbeiten bleiben notwendig, um die Trinkwasserversorgung langfristig sicherzustellen.






