NATO startet Großmanöver "Quadriga" mit 10.000 Soldaten in Deutschland und Osteuropa
Anna SchmitzNATO startet Großmanöver "Quadriga" mit 10.000 Soldaten in Deutschland und Osteuropa
Großmanöver der NATO: "Übung Quadriga" in Deutschland, Litauen und der Ostsee
Von Februar bis März findet eines der größten NATO-Manöver der letzten Monate in Deutschland, Litauen und der Ostsee statt. Unter dem Namen "Übung Quadriga" werden Tausende Soldaten, Fahrzeuge und Schiffe unter fast kampfrealistischen Bedingungen eingesetzt. Die Bundeswehr betont, dass die Übung rein defensiven Charakter habe – doch sie erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen in Osteuropa.
Unterdessen warnen Militärexperten, dass im Ukraine-Krieg kein schneller Friede in Sicht ist. Die anhaltenden Kämpfe werfen damit einen Schatten auf die geopolitische Lage zu Beginn des neuen Jahres.
An der Übung beteiligen sich rund 10.000 Soldaten, über 1.500 Fahrzeuge und 17 Schiffe aus 13 Nationen, darunter Deutschland, Italien, Spanien, Griechenland und die Türkei. Auch NATO-Partner wie die Tschechische Republik sind eingebunden. Ein zentraler Bestandteil des Manövers ist "Steadfast Dart", eine Teilübung des Gesamtvorhabens.
Das Szenario simuliert einen russischen Angriff auf NATO-Gebiet im Baltikum, der den Bündnisfall nach Artikel 5 auslösen würde. Bereits jetzt rollen Militärkonvois über Autobahnen und Landstraßen, während Waffen und Ausrüstung in Seehäfen und Bahnknotenpunkten verladen werden. Das Panzergrenadierausbildungsbataillon 92 in Munster übernimmt während der Übung die regionale Führungsrolle.
Die Garnison Munster, der größte Standort der Bundeswehr, spielt eine Schlüsselrolle – sowohl bei der logistischen Unterstützung als auch bei der Abwehr möglicher Sabotageakte. Ostniedersachsen und der Landkreis Heidekreis dienen als wichtige Aufmarschgebiete für Truppen und Nachschub, die an die östliche NATO-Flanke verlegt werden.
Oberst Jörg Tölke, ein führender Offizier und Bedrohungsanalyst in Munster, äußerte sich pessimistisch zur Lage in der Ukraine: Ein Friede sei vorerst nicht in Reichweite. Seine Einschätzung deckt sich mit der vieler Militär- und Sicherheitsexperten, die ebenfalls kein baldiges Ende des Konflikts erwarten.
Die Übung zählt zu den größten NATO-Einsätzen der letzten Zeit und unterstreicht die erhöhte Einsatzbereitschaft an den östlichen Grenzen des Bündnisses. Angesichts ungebremster Spannungen demonstriert das Manöver die Konzentration auf Abschreckung und schnelle Reaktionsfähigkeit. Getestet werden Logistik, Koordination und defensive Fähigkeiten über mehrere Nationen hinweg.






