Moers bewahrt jüdische Geschichte mit neuer Broschüre und Schirmherrschaft
Anna KrauseMoers bewahrt jüdische Geschichte mit neuer Broschüre und Schirmherrschaft
Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Moers hat eine neue Broschüre mit dem Titel "Spuren jüdischen Lebens" veröffentlicht. Die Publikation beleuchtet die wenigen verbleibenden Zeugnisse der einst blühenden jüdischen Gemeinde der Stadt – von ihren Anfängen bis zur Zerstörung durch den Holocaust. Bürgermeisterin Julia Zupancic hat nun die Schirmherrschaft über den Verein übernommen und damit das Engagement der Stadt für Erinnerung und Aufklärung bekräftigt.
Vor 1933 waren jüdische Bürgerinnen und Bürger fest in die Moerser Gesellschaft integriert. Persönlichkeiten wie Dr. Hermann Bähr und Maria Djuk prägten das Gemeinschaftsleben. Doch unter der NS-Herrschaft löschten Deportationen und der Holocaust fast alle Spuren jüdischen Lebens in der Stadt aus.
Die Broschüre zeigt, was heute noch davon zeugt: die ehemalige Synagoge, die Stolpersteine als Mahnmale und die Geschichten der Opfer. Sie ist für drei Euro in öffentlichen Einrichtungen in Moers erhältlich.
Die Arbeit der Gesellschaft beschränkt sich nicht auf Publikationen. Besonders wichtig ist ihr die Einbindung junger Menschen – etwa durch regelmäßige Projekte an Schulen. Daniel Schirra, Lehrer am Adolfinum-Gymnasium, und sein ehemaliger Schüler Julian Müller, beide Vorstandsmitglieder, spielen eine zentrale Rolle dabei, die Ziele des Vereins an die nächste Generation weiterzugeben.
Der Verein pflegt zudem enge überregionale Kontakte, die dazu beitrugen, die renommierte Buber-Rosenzweig-Medaille nach Moers zu bringen. Heinz Kremers erhielt die Auszeichnung 1986 für sein Engagement im christlich-jüdischen Dialog. Seine Tochter, Annedore Kremers, ist heute im Vorstand aktiv. 2012 wurde auch Nikolaus Schneider, ehemaliger Superintendent des Kirchenkreises Moers und Ex-Präsident der Evangelischen Kirche im Rheinland, mit der Medaille geehrt.
Bürgermeisterin Zupancic unterstützt die Arbeit der Gesellschaft nachdrücklich. Bei einem jüngsten Treffen mit Vorstandsmitgliedern betonte sie die Bedeutung der Bewahrung jüdischer Geschichte in Moers und eines aktiven Eintretens gegen Antisemitismus.
Die Broschüre "Spuren jüdischen Lebens" schafft eine greifbare Verbindung zur Vergangenheit der Stadt und sorgt dafür, dass die Geschichten ihrer jüdischen Gemeinde nicht in Vergessenheit geraten. Mit der Unterstützung der Bürgermeisterin und kontinuierlichen Bildungsinitiativen fördert die Gesellschaft weiterhin Dialog und Erinnerung in Moers.






