25 March 2026, 10:05

Mega-Prozess um 280-Millionen-Steuerbetrug durch Cum-Ex-Deals beginnt in Siegburg

Schwarz-weiß-Zeichnung von Menschen, die an einem unordentlichen Tisch in einem Gerichtssaal sitzen, mit einem dicken schwarzen Rahmen um die Szene.

Mega-Prozess um 280-Millionen-Steuerbetrug durch Cum-Ex-Deals beginnt in Siegburg

Großer Cum-Ex-Steuerprozess in Siegburg bei Bonn eröffnet

In Siegburg bei Bonn hat ein großer Prozess wegen Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Cum-Ex-Geschäften begonnen. Drei ehemaligen Bankern wird vorgeworfen, durch betrügerische Aktientransaktionen Steuerschäden in Höhe von rund 280 Millionen Euro verursacht zu haben. Im Mittelpunkt stehen Vorwürfe, wonach die Angeklagten Erstattungen für Steuern erschlichen haben sollen, die nie gezahlt wurden.

Die Verhandlung findet in einem speziell errichteten Gerichtssaal des Landgerichts Bonn statt. Ermittler gehen davon aus, dass bis Jahresende noch bis zu sieben weitere Anklagen folgen könnten.

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Zu den Angeklagten zählen zwei ehemalige Mitarbeiter der Hamburger Privatbank M.M. Warburg. Ein dritter Beschuldigter wird der Beihilfe zu dem Steuerbetrug zur Last gelegt. Die Staatsanwaltschaft wirft der Gruppe vor, durch Cum-Ex-Geschäfte – schnelle Aktiengeschäfte um den Dividendenstichtag – Schlupflöcher im Steuererstattungssystem ausgenutzt zu haben.

Der Prozess soll mindestens 53 Verhandlungstage umfassen und voraussichtlich bis Mitte Dezember dauern. Während die genauen Summen in verwandten Verfahren noch unklar sind, laufen bundesweit ähnliche Ermittlungen. In Köln prüft die Staatsanwaltschaft die Rolle der Deutschen Bank bei Cum-Ex-Deals. In Wiesbaden wurde bereits Anklage erhoben, und eine Sonderermittlungsgruppe untersucht 25 Finanzinstitute in Hessen.

Weitere laufende Verfahren umfassen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Düsseldorf gegen die Caceis Bank sowie Steuerprozesse in München gegen dieselbe Institution. In Frankfurt werden zudem ehemalige Manager der Maple Bank angeklagt. Im Kern geht es jeweils um den Vorwurf, dass Banken und Händler Kapitalertragssteuern auf dieselben Aktien mehrfach und zu Unrecht zurückerstattet erhalten haben sollen.

Federführend in diesem aktuellen Fall ist die Staatsanwaltschaft Köln, doch der Prozess selbst findet in Siegburg statt. Bei einer Verurteilung drohen den Angeklagten empfindliche Strafen – angesichts des Ausmaßes des mutmaßlichen Betrugs.

Der Siegburger Prozess markiert einen weiteren Schritt in Deutschlands hartem Vorgehen gegen Cum-Ex-Geschäfte. Da noch zahlreiche Ermittlungen laufen, verfolgen die Behörden weiterhin Fälle, die mit Milliardenverlusten bei den Steuereinnahmen zusammenhängen. Bis Jahresende sind weitere Anklagen wahrscheinlich, was die juristischen Folgen des Skandals weiter ausdehnen wird.

Quelle