Mainzer Karneval glänzt mit Tradition und regionaler Verbundenheit zu Köln
Anna KrauseMainzer Karneval glänzt mit Tradition und regionaler Verbundenheit zu Köln
Mainz feiert Karnevalsgeist in großem Stil
Hunderte versammelten sich am Kurfürstlichen Schloss, um die abschließende Galasitzung des Mainzer Karnevals zu erleben – ein Höhepunkt der Saison mit Musik, Tanz und scharfer politischer Satire. Die von der Mainzer Ranzengarde am Schmotzigen Sonntag ausgerichtete Veranstaltung verkörperte einmal mehr den Geist der Stadt: eine Mischung aus Humor, Geschichte und kulturellem Stolz. Seit ihrer Gründung im Jahr 1838 ist die Garde ein fester Bestandteil der Mainzer Traditionen und vereint all diese Elemente in einem unvergesslichen Abend.
Den Auftakt bildete eine Hommage an den Kölner Karneval, als die Ehrenformation unter der Leitung von Marie Luise Thüne einige der beliebtesten Lieder der Domstadt präsentierte. Dieser regionale Austausch hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen – mittlerweile veranstalten Mainzer und Kölner Karnevalsgesellschaften gemeinsame Sitzungen, tauschen Kostüme und geben gemeinsame Musikaufführungen. 2023 besuchte die Ranzengarde Köln, in diesem Jahr revanzierten sich Kölner Gruppen mit einem Auftritt in Mainz.
Auf der Bühne zeigte die Mainzer Ranzengarde eine mitreißende Tanzeinlage zu Oli Magers Hit und verkörperte damit das "tolerante Reich der Narren", das ihre Tradition prägt. Es folgten die Eisbären mit ihrem vollständigen Karnevalsprogramm, begleitet von den Kasteler Musikanten, die als Großes Musikcorps der Garde fungieren. Im Mittelpunkt stand zudem die Familie Wiesmann: Jürgen Wiesmann als "Ernst Lustig" und Sabine Wiesmann, die die Kasteler Musikanten in einer klassischen Narretei dirigierte.
Auch die politische Satire kam nicht zu kurz – Redner wie Gunther Raupach und Bernhard Knab lieferten beißende Kommentare, die das Publikum für einen Moment verstummen ließen. Später widmete "Ignaz" Markus Schönberg den Mainzern am rechten Rheinufer eine Hymne und unterstrich damit die kulturellen Bande, die die Region verbinden. Den Abschluss bildete ein Rückblick auf die Ursprünge der Garde: eine Parodie auf die preußischen "Langen Kerls", die vor fast 200 Jahren am Schmotzigen Sonntag durch Mainz zogen.
Die letzte Sitzung der Mainzer Ranzengarde krönte eine Saison, die geprägt war von Tradition, Zusammenarbeit und lebendiger Unterhaltung. Von Tanzeinlagen bis zu politischem Witz zeigte die Veranstaltung die zeitlose Faszination des Mainzer Karnevals. Durch die zunehmende Vernetzung der Städte gewinnen die Feierlichkeiten an Vielfalt – und doch bleibt die Garde ihren Wurzeln treu.






