KiBiz-Reform in NRW: Kitas protestieren gegen Personalmangel und steigende Kosten
Mila WalterKiBiz-Reform in NRW: Kitas protestieren gegen Personalmangel und steigende Kosten
Kitas in ganz Nordrhein-Westfalen protestieren gegen geplante Änderungen des Landes-Kinderbildungsgesetzes (KiBiz)
Kritiker werfen der Landesregierung vor, die Reformen würden den Personalmangel verschärfen und die steigenden Kosten ignorieren. Eltern, Erzieherinnen und Kinder beteiligten sich diese Woche an Demonstrationen – weitere Proteste sind in den kommenden Tagen zu erwarten.
Rund 50 Menschen versammelten sich vor dem St.-Josef-Kindergarten Saalhausen in Lennestadt unter dem Motto "Wir sind sprachlos". Die vom WIR-KITAs-Trägernetzwerk organisierte Kundgebung richtete sich gegen explodierende Energiekosten und den eklatanten Fachkräftemangel. Vanessa Frankenthal, die Leiterin der Einrichtung, warnte, dass die Bedürfnisse der Kinder bereits jetzt wegen Personalengpässen nicht ausreichend erfüllt würden.
Der Gesetzentwurf führt ein sogenanntes "Kern- und Randzeitenmodell" ein, das besonders in der Sauerland-Region auf scharfe Kritik stößt. Über 1.200 Kitas – darunter Einrichtungen im Ruhrgebiet, Köln, Düsseldorf und Münsterland – haben offiziell gegen die Reformen protestiert. Viele argumentieren, dass die KiBiz-Novelle vom Januar die Inflation nicht berücksichtige und Träger damit in finanzielle Not bringe.
Die Landesregierung hat zwar 200 Millionen Euro zusätzlich für das nächste Kita-Jahr ab August zugesagt. Sollten die Änderungen jedoch beschlossen werden, treten sie erst 2025 in Kraft – weitere Proteste sind in den kommenden Wochen angekündigt.
Die geplanten KiBiz-Änderungen stoßen bei Trägern und Familien auf breite Ablehnung. Angesichts steigender Energiekosten und schrumpfender Personalzahlen warnen Einrichtungen, dass die Betreuungsqualität für Kinder leiden werde. Die zugesagten Mittel der Regierung haben die Sorgen vor der geplanten Umsetzung kaum lindern können.






