16 February 2026, 16:28

Karneval zwischen Tradition und Provokation: Köln und Düsseldorf feiern mit scharfer Satire

Ein geschmückter Karnevalswagen mit Statuen und Blumen, der Menschen trägt, zieht durch eine Straße mit Gebäuden, Bäumen, Polen, Drähten und einem sichtbaren Himmel.

Höhepunkt des Straßenkarnevals: Kölns Rosenmontagszug hat begonnen - Karneval zwischen Tradition und Provokation: Köln und Düsseldorf feiern mit scharfer Satire

Deutschlands größte Karnevalsumzüge, darunter der Kölner Rosenmontagszug und der Düsseldorfer Umzug, starten in Köln und Düsseldorf – eine Mischung aus bewährter Tradition und scharfer politischer Satire. Trotz regnerischen Wetters zum Auftakt versprechen die Feiern, die fast vier Stunden lang dauern, Wagen, Süßigkeiten und mutige Statements zu aktuellen Themen. Beide Städte nutzen die Veranstaltung, um brisante Themen aufzugreifen: vom Aufstieg der rechtsextremen AfD bis zu Russlands anhaltender Unterdrückung von Oppositionellen. Der Kölner Rosenmontagszug startete um 10:00 Uhr am Severinstor und markiert den Höhepunkt der Karnevalssaison in der Domstadt. Unter dem Motto "ALAAF – Mer dun et för Kölle" ("Wir machen es für Köln") ehrt die Veranstaltung lokale Ehrenamtliche, während die Zuschauer mit rund 300 Tonnen Süßigkeiten und 300.000 Blumensträußen unterhalten werden. Der Düsseldorfer Umzug folgt später am Tag – und sorgt bereits im Vorfeld für Diskussionen. Entwürfe zeigen Wagen, die den russischen Präsidenten Wladimir Putin auf die Schippe nehmen: Einer zeigt ihn am Steuer einer "AfD"-Drohne, ein anderer karikiert ihn gemeinsam mit Donald Trump beim "Verschlingen" von Europa. Die spitzen Angriffe spiegeln die wachsende Sorge über die steigenden Umfragewerte der rechtspopulistischen Partei und ihre Annäherung an Trumps Politik wider. Gleichzeitig richtet sich der Umzug gegen Moskaus juristische Kampagne gegen Jacques Tilly, den Chefdesigner der Düsseldorfer Karnevalswagen. Seit Ende 2025 sieht sich Tilly in Russland mit Strafverfolgung konfrontiert, weil er Putin in früheren Karnevalsbeiträgen satirisch dargestellt hatte. Was zunächst als Unglauben über den Prozess begann, hat sich zu breiter Solidarität gewandelt – etwa durch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst, der den Fall als "absurde Propaganda" zurückweist. Tillys Antwort? Ein provokanter Wagen für 2026, der Putin als einen Narren aufspießt – eine direkte Anspielung auf den anhaltenden Rechtsstreit. Fast vier Stunden lang werden die Umzüge Feierlaune mit beißendem Spott verbinden. Während Köln mit seiner Hommage an Ehrenamtliche glänzt, setzt Düsseldorf auf provokante Wagen, die die politische Satire als Kern der Tradition bewahren. Im Mittelpunkt stehen dabei sowohl die festliche Stimmung als auch die schonungslose Auseinandersetzung mit globalen und innerdeutschen Kontroversen.

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