Irina Vavitsas mutiger Streik bei Hella veränderte die Rechte von Arbeitsmigrant:innen
Maximilian MaierIrina Vavitsas mutiger Streik bei Hella veränderte die Rechte von Arbeitsmigrant:innen
Irina Vavitsa arbeitete 44 Jahre lang beim Automobilzulieferer Hella in Lippstadt. 1950 in Taschkent als Tochter griechischer Widerstandskämpfer geboren, erlebte sie als Arbeitsmigrantin in Deutschland Diskriminierung. Ihr Kampf für gerechte Behandlung wurde für viele wie sie zu einem Wendepunkt.
Vavitsas Familie wurde dreimal zur Migration gezwungen – zunächst 1950 in der Sowjetunion, dann 1966 in Griechenland und schließlich 1970 in Deutschland. 1973 arbeitete sie bei Hella, als das Unternehmen Migrant:innen von einem 60-Pfennig-Stundenbonus ausschloss, der deutschen Fachkräften während der Ölkrise gewährt wurde.
Die ungerechte Lohnungleichheit löste noch im selben Jahr einen wilden Streik aus. Trotz hochschwangerer Vavitsa weigerte sie sich, die Protestlinie zu verlassen. Nach vier Tagen war der Streik erfolgreich – ein prägender Moment in ihrem Leben, der ihr Selbstbewusstsein stärkte.
Ihr Engagement in der Gewerkschaft IG Metall vertiefte sich nach dem Protest. Der Erfolg des Streiks festigte die Position von Migrant:innen in späteren Tarifverhandlungen. Obwohl sie bei Hella in der niedrigsten Entgeltgruppe begonnen hatte, ging sie Jahrzehnte später in der Entgeltgruppe 2 in Rente.
Noch heute ist Vavitsa politisch aktiv. Sie setzt sich weiterhin gegen die Spaltung der Belegschaften ein und kämpft für faire Bedingungen im Ruhestand.
Der Streik von 1973 bei Hella setzte ein Zeichen für bessere Arbeitsbedingungen von Migrant:innen. Vavitsas Entschlossenheit während des Protests und ihre lange Karriere im Unternehmen verdeutlichen die Kämpfe und Fortschritte von Arbeitsmigrant:innen in Deutschland. Ihr anhaltendes Engagement hält die Forderung nach Gleichberechtigung bis heute lebendig.






