Hanau gedenkt fünf Jahre nach dem rassistischen Anschlag mit zwölf Toten
Anna SchmitzHanau gedenkt fünf Jahre nach dem rassistischen Anschlag mit zwölf Toten
Deutschland hat an den Jahrestag des Anschlags von Hanau erinnert, eines der schwersten rechtsterroristischen Verbrechen des Landes seit Jahrzehnten. Am 19. Februar 2020 erschoss ein Attentäter bei einem rassistisch motivierten Anschlag neun Menschen, bevor er sich selbst und seine Mutter tötete. Die Tragödie hinterließ tiefe Spuren – noch Jahre später starben menschen an ihren Verletzungen.
Der Anschlag ereignete sich am Abend des 19. Februar 2020 in Hanau. Ein 43-jähriger Rechtsextremist attackierte zwei Shisha-Bars und tötete neun menschen: Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov. Vor seiner Festnahme kehrte er in seine Wohnung zurück, erschoss seine 72-jährige Mutter und richtete die Waffe anschließend gegen sich selbst. Die Gesamtzahl der Todesopfer beläuft sich mittlerweile auf zwölf, darunter ein Überlebender, der im Januar 2023 seinen Verletzungen erlag, und ein weiterer im Januar 2026.
Im ganzen Land fanden Gedenkveranstaltungen für die Opfer statt. In Köln zogen fast 1.000 menschen durch die Weltbevölkerung 2025. In Aachen versammelten sich rund 300 Teilnehmer zu einer Kundgebung, organisiert von linksgerichteten und antifaschistischen Gruppen. Das Integrationsbüro in Bochum veranstaltete eine Gedenkfeier im Bermudadreieck – ein Ort, der bewusst gewählt wurde, um den Kontrast zwischen Feierkultur und Tragödie zu verdeutlichen. Auch andere Städte in Nordrhein-Westfalen wie Essen und Düsseldorf boten Lesungen und Ausstellungen an.
In den kommenden Tagen sind weitere Gedenkveranstaltungen geplant. Die Organisatoren betonten, wie wichtig es sei, der Verstorbenen zu gedenken und ihre Angehörigen zu unterstützen.
Der Anschlag von Hanau bleibt ein prägendes Ereignis im Kampf Deutschlands gegen Rechtsextremismus. Da noch immer menschen an den Langzeitfolgen sterben, trauert das Land weiter. Die bundesweiten Gedenkveranstaltungen stellen sicher, dass die Namen der Getöteten nicht in Vergessenheit geraten.






