Gräfrath-Marktfest in Solingen führt erstmals Eintrittsgeld ein – Senioren protestieren
Anna SchmitzGräfrath-Marktfest in Solingen führt erstmals Eintrittsgeld ein – Senioren protestieren
Erstmals seit fast 50 Jahren: Eintrittsgeld für das Gräfrath-Marktfest in Solingen
Das traditionelle Gräfrath-Marktfest in Solingen wird in diesem Jahr erstmals seit fast einem halben Jahrhundert ein Eintrittsgeld erheben. Eine Gebühr von 10 Euro hat bereits Kritik ausgelöst – besonders bei älteren Bürgerinnen und Bürgern, die befürchten, von einer langjährigen Gemeinschaftsveranstaltung ausgeschlossen zu werden. Die Neuerung wirft grundsätzliche Fragen zur Bezahlbarkeit und sozialen Teilhabe von Senioren mit festen Einkommen auf.
Der Solinger Seniorenbeirat, insbesondere seine Arbeitsgruppe gegen Altersarmut, lehnt die Einführung der Gebühr entschieden ab. Die 10 Euro – von denen lediglich 2 Euro als Essensgutschein zurückerstattet werden – seien für viele Rentner mit knappen Haushaltsbudgets nicht tragbar, argumentieren die Vertreter. Ein kostenloser Familientag am Sonntag helfe älteren Menschen wenig, die keine Angehörigen haben, die sie begleiten könnten.
Die Veranstalter rechtfertigen die Maßnahme mit steigenden Sicherheitskosten. Kritiker hingegen fragen, warum die Besucher die gesamte finanzielle Last tragen sollen. Der Beirat fordert Alternativen wie gestaffelte Preise, Ermäßigungen für Senioren oder eine stärkere städtische Förderung, um das Fest für alle zugänglich zu halten.
Die Diskussion geht jedoch über das einzelne Event hinaus. Sie macht auf ein wachsendes Problem aufmerksam: Altersarmut in Solingen ist längst keine Seltenheit mehr, und viele Senioren können sich grundlegende soziale Aktivitäten kaum noch leisten. Feste wie dieses spielen eine wichtige Rolle im Kampf gegen Vereinsamung – sie bieten älteren Menschen die Möglichkeit, mit ihrer Gemeinschaft in Kontakt zu bleiben.
Die 10-Euro-Gebühr markiert einen tiefgreifenden Wandel für ein Fest, das seit Generationen kostenlos war. Ohne Anpassungen könnte der Preis viele Senioren ausschließen, die auf solche Veranstaltungen für sozialen Austausch angewiesen sind. Die Forderung des Beirats nach faireren Konditionen spiegelt eine größere Sorge wider: die wachsende Unerschwinglichkeit des öffentlichen Lebens für ältere Bürger in Solingen.






