Gericht stoppt Fake-Profil: Jan Böhmermann gewinnt gegen X-Plattform
Maximilian MaierGericht stoppt Fake-Profil: Jan Böhmermann gewinnt gegen X-Plattform
Ein deutsches Gericht hat X angewiesen, ein gefälschtes Profil zu sperren, das den Satiriker Jan Böhmermann nachahmt. Das Landgericht Köln erließ eine einstweilige Verfügung gegen den Account, der den Namen und das Bild des Komikers nutzte. Böhmermanns Anwälte werfen der Plattform vor, von solcher Desinformation zu profitieren.
Das Fake-Profil mit dem Namen "Jan Boehmermann (Parodie) ZDF Neo Royale" hatte das Profilbild des Satirikers kopiert. Die dort veröffentlichten Beiträge zielten darauf ab, Hass gegen Böhmermann zu schüren und rechtsextreme Nutzer auf X zu mobilisieren. Mit dem Urteil wird der Plattform untersagt, das gefälschte Profil zu hosten oder zu verbreiten.
Böhmermanns Rechtsvertreter argumentieren, X werde vor allem von Profitinteressen angetrieben – auch durch Einnahmen aus Fake-Accounts. Nun planen sie, das Unternehmen auf Herausgabe von Informationen zu Umsätzen zu verklagen, die mit Desinformation unter seinem Namen verbunden sind. Für die Anwälte geht es dabei um eine Grundsatzfrage, nicht nur um finanzielle Entschädigung.
X kann gegen die einstweilige Verfügung noch Widerspruch einlegen. Öffentliche Schätzungen, wie viel die Plattform mit den gefälschten Inhalten eingenommen haben könnte, gibt es nicht.
Das Urteil zwingt X, den nachahmenden Account umgehend zu löschen. Böhmermanns Fall könnte die Debatte darüber vorantreiben, wie transparent Plattformen mit der Monetarisierung gefälschter Profile umgehen müssen. Weitere rechtliche Schritte hängen davon ab, ob X die Gerichtsentscheidung anfechtet.






