Geheimnisvolles Licht über Paderborns Stadion sorgt für Diskussionen
Maximilian MaierGeheimnisvolles Licht über Paderborns Stadion sorgt für Diskussionen
Mysterioses Leuchten über SC Paderborns Fußballstadion
Ein rätselhaftes, helles Glimmen erleuchtet seit einiger Zeit den Nachthimmel über dem Fußballstadion in Paderborn. Das ungewöhnliche Schauspiel stammt von einer künstlichen Pflanzenbeleuchtung, die installiert wurde, um den Rasen auch im Winter grün zu halten. Zwar soll die Technologie das Gras schützen – doch sie hat auch Bedenken wegen Lichtverschmutzung in der Region ausgelöst.
Die dicht gebauten Dachkonstruktionen des Stadions blockieren in den kalten Monaten natürliches Licht und Luftzirkulation. Als Lösung setzte der Verein auf ein hochmodernes LED-Beleuchtungssystem, das speziell für die Rasenpflege entwickelt wurde. Sensoren und eine Steuerungssoftware passen das Lichtspektrum präzise an die Wachstumsbedürfnisse des Grases an.
Der Strom für das System stammt von Westfalenwind und wird damit zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gewonnen. Trotz des ökologischen Ansatzes ist der helle Lichtkegel weit über Paderborn hinaus sichtbar – Anwohner hielten ihn bereits für ein Notsignal. Die Volkssternwarte Paderborn kritisiert die "Lichtverschmutzung am Himmel", die durch die Stadionbeleuchtung entsteht.
Während LED-Flutlichtmodernisierungen in europäischen Stadien längst üblich sind, bleiben spezialisierte Pflanzenlampen für die Winterrasenpflege eine Seltenheit. Die meisten Umrüstungen – etwa im Jahn-Sportpark in Berlin oder im Sachs-Stadion in Schweinfurt – konzentrieren sich auf allgemeine Ausleuchtung oder Bodenheizungen, nicht auf die gezielte Rasenpflege.
Ziel des Systems ist es, den Rasen zu schonen und teure Sanierungen im Frühjahr zu vermeiden. Doch die weithin sichtbare Lichtquelle sorgt bei Anwohnern und Astronomen für Kritik. Nun steht der Verein vor der Herausforderung, die Qualität des Spielfelds mit der Minimierung von Lichtimmissionen in der Umgebung in Einklang zu bringen.






