Gefälschte Plakate für "Null-Euro-Ticket" sorgen für Aufsehen an deutschen Bahnhöfen
Anna KrauseGefälschte Plakate für "Null-Euro-Ticket" sorgen für Aufsehen an deutschen Bahnhöfen
Gefälschte Plakate für "Null-Euro-Ticket" auf eBay Kleinanzeigen aufgetaucht
An mehr als 20 deutschen Bahnhöfen sind gefälschte Plakate aufgetaucht, die ein "Null-Euro-Ticket" für kostenlosen Nahverkehr bewerben. Die Aktion der Aktivistengruppe Widerstands-Kollektiv imitiert offizielle Werbung der Deutschen Bahn, wurde vom Bahnkonzern jedoch als betrügerisch zurückgewiesen. Nun prüfen die Behörden mögliche rechtliche Konsequenzen für die Verantwortlichen.
Die Plakate, die wie echte Anzeigen der Deutschen Bahn gestaltet sind, werben für kostenlose Fahrten im gesamten Bundesgebiet. Sie verweisen auf eine Website (bahn-kostenlos.info), die das Konzept eines gebührenfreien Tickets weiter bewirbt. Die hinter der Aktion stehende Gruppe hat offen die Verantwortung übernommen und argumentiert, ihr Ziel sei es, eine Debatte über die Verkehrspolitik in Deutschland anzustoßen.
Das Werbeunternehmen Ströer, das die Plakatflächen verwaltet, bestätigte, dass die nicht autorisierten Anzeigen bereits entfernt wurden. Die Deutsche Bahn verurteilte die Kampagne als irreführend und erwägt rechtliche Schritte gegen die Aktivisten. Das Widerstands-Kollektiv bestehe jedoch darauf, dass die Aktion nicht illegal sei, und stellt sie als Protest gegen Dienstwagenprivilegien und für kostenlosen Bus- und Bahnverkehr dar.
Bei solchem Adbusting – dem Verändern oder Ersetzen echter Werbung durch politische oder satirische Botschaften – können durchaus rechtliche Grenzen überschritten werden. Zwar weist die Gruppe jede Schuld von sich, doch der Vorfall wirft Fragen nach den Grenzen von Aktivismus und Werberegeln auf.
Die gefälschten Plakate sind zwar inzwischen abgehängt, doch die Kampagne hat bereits Aufmerksamkeit für die Forderungen der Aktivisten erzeugt. Wie die Deutsche Bahn rechtlich reagiert, könnte Präzedenzfall für den Umgang mit ähnlichen Protesten in Zukunft sein. Die Diskussion über kostenlosen ÖPNV und Reformen der Verkehrspolitik dauert derweil an.






