22 April 2026, 04:07

Gefährliche Kosmetik: Warum verbotene Produkte noch immer im Umlauf sind

Rotes und gelbes Schild mit der Aufschrift "Organisches Peroxid 5.2", das eine gefährliche Substanz anzeigt.

Gefährliche Kosmetik: Warum verbotene Produkte noch immer im Umlauf sind

Tausende unsichere Kosmetikprodukte sind in der EU trotz Verboten wegen Gesundheitsrisiken weiterhin erhältlich. Seit 2013 wurden zwar über 4.000 Artikel aus den Regalen genommen, doch viele tauchen noch Jahre später im Internet auf. Das Problem bleibt bestehen, da der Markt rasant wächst: Täglich kommen 800 neue Produkte hinzu, insgesamt sind derzeit 600.000 erhältlich – darunter viele, die speziell für Kinder beworben werden.

2025 prüfte die Europäische Kommission über 1,6 Millionen Websites und entdeckte dabei mehr als 20.000 illegale Kosmetikartikel. Auch große Plattformen wie Shein, Temu und AliExpress gehörten zu den Anbietern verbotener Ware. Das Rechercheportal CORRECTIV kaufte im Test drei verbotene Produkte online, darunter einen Nivea-Rasierschaum mit dem verbotenen Duftstoff BMHCA – der mit Fruchtbarkeitsstörungen in Verbindung gebracht wird – bei Amazon.

Zu den problematischen Inhaltsstoffen in gemeldeten Kosmetika zählen PFAS (auch "Ewigkeitschemikalien" genannt) und Hydrochinon, ein wahrscheinlicher krebserregender Hautaufheller. Selbst bekannte Marken wie Schwarzkopf, Nivea und Schauma gerieten in Deutschland in die Kritik, weil sie verbotene Substanzen verwendeten. So enthielt etwa eine Tube Schwarzkopf-Glitzer-Haargel, die im März 2023 gekauft wurde, Lilial (BMHCA) – einen Stoff, der die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann.

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Gleichzeitig sind Kosmetikprodukte mit Prostaglandin-Analoga – Substanzen, die möglicherweise die Fruchtbarkeit schädigen und Krebs auslösen können – nach wie vor in Drogeriemärkten wie DM und Rossmann erhältlich. Fast 2.000 Inhaltsstoffe sind mittlerweile verboten oder eingeschränkt, doch Zehntausende bleiben kaum geprüft. Die geplante Chemikalien-Omnibus-Novelle der EU könnte die Durchsetzung weiter verzögern und die Übergangsphase für verbotene Produkte von 18 Monaten auf bis zu sechs Jahre verlängern.

Die EU hat zwar Tausende unsichere Kosmetikartikel vom Markt genommen, doch viele verbotene Produkte sind weiterhin online und in Geschäften erhältlich. Angesichts der täglich neuen Artikelflut stehen die Behörden vor anhaltenden Herausforderungen bei der Kontrolle. Die geplante Novelle könnte es Unternehmen ermöglichen, längst verbotene Produkte weiter zu verkaufen – und Verbraucher so länger schädlichen Substanzen auszusetzen.

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