Führerschein-Betrug in Bielefeld: Gruppe soll 71 Prüfungen gefälscht haben
Maximilian MaierFührerschein-Betrug in Bielefeld: Gruppe soll 71 Prüfungen gefälscht haben
Fünf Personen aus Bielefeld und Werther müssen sich wegen des Vorwurfs vor Gericht verantworten, theoretische Führerscheinprüfungen im Namen anderer unter falscher Identität abgelegt zu haben. Der Gruppe wird vorgeworfen, ein betrügerisches System betrieben zu haben, das mindestens 71 Versuche umfasste – pro Prüfung sollen zwischen 1.100 und 2.000 Euro gezahlt worden sein.
Die Betrugsaffäre flog im Rahmen einer unrelated Ermittlung des Landgerichts Hannover auf. Die Behörden stellten fest, dass die Angeklagten Doubles angeworben hatten, die den echten Prüflingen stark ähnelten. Diese Ersatzpersonen legten dann gegen Bezahlung die Theorieprüfungen ab; die Bande soll auf diese Weise insgesamt rund 35.000 Euro eingenommen haben.
Der Prozess vor dem Landgericht Bielefeld hat kürzlich begonnen und soll bis Ende Mai dauern, mit acht Verhandlungstagen. Die Staatsanwaltschaft wirft einem der Angeklagten eine führende Rolle vor: Er soll das Netzwerk der Prüfungsersatzleute organisiert haben. Von den 71 mutmaßlichen Fällen wurden 14 vor Abschluss gestoppt.
Sämtliche fünf Beschuldigte müssen sich wegen gewerbsmäßigen Betrugs verantworten, wofür Haftstrafen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren drohen. Einige von ihnen sind bereits wegen ähnlicher Delikte vorbestraft, andere stehen in separaten Verfahren unter Ermittlung.
Das Gericht wird nun Beweise prüfen, die die Angeklagten mit der betrügerischen Prüfungsabnahme in Verbindung bringen. Bei einer Verurteilung drohen ihnen empfindliche Freiheitsstrafen. Das Urteil könnte zudem Auswirkungen auf laufende Ermittlungen zu ihren weiteren mutmaßlichen Machenschaften haben.






