Europas größte Batterie-Recyclinganlage entsteht in Dormagen mit EU-Förderung
Maximilian MaierEuropas größte Batterie-Recyclinganlage entsteht in Dormagen mit EU-Förderung
In Dormagen wird eine der größten Batterie-Recyclinganlagen Europas entstehen, nachdem das Unternehmen cylib 26,1 Millionen Euro aus EU-Fördermitteln erhalten hat. Die Anlage soll kritische Rohstoffe aus gebrauchten Lithium-Ionen-Batterien zurückgewinnen und ist ein wichtiger Schritt, um die Abhängigkeit von importierten Materialien für die Elektroauto-Produktion zu verringern.
Das Werk im CHEMPARK Dormagen wird jährlich bis zu 140.000 Batterien aus Elektrofahrzeugen verarbeiten – das entspricht etwa 60.000 Tonnen Altbatterien oder 20.000 Tonnen "Black Mass", dem zerkleinerten Material aus alten Zellen. Die Inbetriebnahme ist für 2027 geplant.
Mithilfe des von cylib entwickelten OLiC-Verfahrens können über 90 Prozent wertvoller Materialien wie Lithium, Graphit, Kobalt, Nickel und Mangan zurückgewonnen werden. Im Vergleich zum Abbau neuer Rohstoffe reduziert diese Methode den CO₂-Ausstoß um 80 Prozent. Das Projekt passt in die europäische Strategie, die Versorgungssicherheit bei Batterierohstoffen zu stärken – schließlich ist heute bereits jedes vierte neu verkaufte Auto weltweit ein Elektrofahrzeug.
Die Förderung stammt aus dem EFRE/JTF-Programm der EU in Nordrhein-Westfalen und ist Teil der Landesinitiative "Produktiv.NRW". Dr. Lilian Schwich, Mitgründerin und Co-Geschäftsführerin von cylib, dankte den regionalen und europäischen Behörden für ihre Unterstützung bei der Umsetzung der ersten Ausbauphase der Anlage.
Sobald der Standort in Dormagen in Betrieb geht, wird er zeigen, wie fortschrittliches Recycling Europa dabei helfen kann, die eigene Versorgung mit Batterierohstoffen zu sichern. Durch Kapazität und Effizienz soll die Abhängigkeit von Importen verringert und gleichzeitig das Wachstum der Elektromobilität gefördert werden. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen, die volle Produktionskapazität soll 2027 erreicht werden.






