Deutsche Bahn in Dortmund: Giftige Erde von ICE-Werk-Baustelle spurlos verschwunden
Anna KrauseDeutsche Bahn in Dortmund: Giftige Erde von ICE-Werk-Baustelle spurlos verschwunden
Ein großer Skandal um die Entsorgung belasteter Erde von einer Baustelle der Deutschen Bahn in Dortmund hat für Aufsehen gesorgt. Das Unternehmen errichtet für 400 Millionen Euro ein ICE-Instandhaltungswerk, doch fast 1.000 Lkw-Ladungen mit verseuchtem Boden sind im vergangenen Jahr spurlos verschwunden. Ermittlungen deuten nun darauf hin, dass die Abfälle in großem Stil illegal abgeladen wurden.
Das hochmoderne Wartungsdepot, das Mitte 2027 in Betrieb gehen soll, ist für die Instandhaltung von bis zu 17 Zügen täglich ausgelegt und wird als klimaneutrales Projekt beworben. Doch rund 24.000 Tonnen belastete Erde wurden von der Baustelle abtransportiert und angeblich in zwei Kiesgruben am Niederrhein entsorgt. Die Betreiber der Gruben stehen nun unter Verdacht, da ihre Genehmigungen nur die Ablagerung unbelasteten Bodens erlaubten.
Ein mit der Entsorgung beauftragter Subunternehmer soll etwa 360.000 Euro kassiert haben, indem er die Abfälle umleitete. Fast 1.000 Lkw-Ladungen verschwanden zwischen Februar und November 2024 – dies wirft ernste Fragen zur Aufsicht der Deutschen Bahn über die Abfallentsorgung auf.
Vor dem Dortmunder Landgericht steht derzeit ein Mann, der als Schlüsselfigur des Betrugs gilt. Der Angeklagte ist vorbestraft, unter anderem wegen illegaler Abfallentsorgung.
Der Fall rückt die Deutsche Bahn in den Fokus der Kritik, wie sie die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben bei der Abfallbewirtschaftung sicherstellt. Da die Eröffnung des Depots noch Jahre entfernt ist, müssen die Behörden nun das volle Ausmaß der illegalen Ablagerungen aufklären. Die finanziellen und ökologischen Folgen des Skandals sind noch Gegenstand der Ermittlungen.






