Deepfake-Skandal: Collien Fernandes verklagt Ex-Mann wegen digitaler Gewalt und "virtueller Vergewaltigung"
Mila WalterDeepfake-Skandal: Collien Fernandes verklagt Ex-Mann wegen digitaler Gewalt und "virtueller Vergewaltigung"
Ein aufsehenerregender Fall in Spanien hat die Gefahren von Deepfake-Technologie erneut in den Fokus gerückt. Die Schauspielerin Collien Fernandes reichte Ende 2025 Anzeige gegen ihren Ex-Mann, Christian Ulmen, ein und wirft ihm vor, pornografische Deepfakes mit ihrer Ähnlichkeit erstellt zu haben. Der Fall löste seitdem Forderungen nach schärferen Gesetzen aus – darunter auch von der deutschen Politikerin Mona Neubaur, die rechtliche Reformen fordert, um digitale Gewalt genauso ernst zu nehmen wie körperliche Misshandlung.
Fernandes hatte die Deepfakes zunächst 2024 bei den Behörden gemeldet, in der Annahme, unbekannte Täter stünden dahinter. Gegen Ende desselben Jahres geriet jedoch Ulmen in Verdacht, nachdem er sich angeblich Freunden gegenüber gestanden haben soll. Da in Deutschland keine hinreichenden rechtlichen Schritte möglich waren, wandte sie sich an spanische Gerichte und reichte Ende 2025 Klage beim Amtsgericht Palma de Mallorca ein. Die Vorwürfe umfassen Identitätsdiebstahl, Beleidigung, Verletzung von Privatsphäre, wiederholte häusliche Gewalt, schwere Bedrohungen sowie das, was sie als "virtuelle Vergewaltigung" durch gefälschte Profile und KI-generierte Inhalte beschreibt. Die Ermittlungen liefen Stand März 2026 noch.
Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, lobte Fernandes öffentlich für ihren Mut, an die Öffentlichkeit zu gehen. Sie nannte sie "eine mutige Frau" und betonte, dass ihre Entscheidung andere Opfer ermutigen werde, ihr Schweigen zu brechen. Neubaur warnte zudem, dass Deepfakes längst kein Nischenthema mehr seien, sondern ein flächendeckendes Problem, das dringendes Handeln erfordere.
Kritisch äußerte sie sich über die zögerliche Gesetzesreform und wies auf gravierende Lücken im aktuellen Rechtssystem hin. Sie argumentierte, dass das Sexualstrafrecht dringend reformiert werden müsse, um digitale Gewalt mit derselben Härte zu ahnden wie körperliche Übergriffe.
Der Fall setzt die Politik unter Druck, die rechtlichen Grauzonen rund um Deepfakes zu schließen. Während Spanien bereits Schritte unternommen hat, um digitale Gewalt strafrechtlich zu verfolgen, wachsen in Deutschland die Forderungen nach einer Stärkung des eigenen Rechtsrahmens. Fernandes' juristischer Kampf geht unterdessen weiter – die Ermittlungen dauerten Stand Anfang 2026 noch an.






