Bundesweiter Apothekenstreik am 23. März droht mit Medikamenten-Engpässen
Anna KrauseBundesweiter Apothekenstreik am 23. März droht mit Medikamenten-Engpässen
Apotheken in ganz Deutschland streiken am 23. März 2023
Am 23. März 2023 werden Apotheken bundesweit zu einem eintägigen Warnstreik aufrufen. Die Beschäftigten fordern höhere Erstattungssätze von der Bundesregierung und warnen, dass ohne finanzielle Entlastung viele Betriebe schließen müssten. In Großstädten wie Berlin, Düsseldorf, Hannover, München und Mönchengladbach sind Kundgebungen geplant.
Im Mittelpunkt des Streiks steht die Forderung nach einer deutlichen Erhöhung der Festbeträge für verschreibungspflichtige Medikamente, die in den vergangenen 13 Jahren lediglich um 3 Prozent gestiegen sind. Gleichzeitig sind die Betriebskosten der Apotheken um etwa 65 Prozent explodiert, was die Gewinne stark schmälert. Aktuell liegt die Vergütung bei 8,35 Euro pro abgegebenem Medikament – die Branche verlangt jedoch 9,50 Euro, um wirtschaftlich überleben zu können.
Der finanzielle Druck hat bereits zu massiven Schließungen geführt: Bundesweit muss alle 20 Stunden eine Apotheke dichtmachen, allein 2025 wurden 502 Betriebe geschlossen. In Mönchengladbach haben seit 2016 15 von einst 64 Apotheken ihre Türen für immer geschlossen – nur noch 49 sind übrig. Ende 2025 zählte Deutschland insgesamt 16.601 Apotheken, ein Rückgang gegenüber 17.041 im Vorjahr und ein Minus von 12 Prozent seit 2020.
Während sich die Mehrheit der Apotheken am Streik beteiligen wird, bleiben einige für Notfälle geöffnet. In Mönchengladbach und Korschenbroich versorgen die Sonnen-Apotheke, die Konstantin-Apotheke und die Post-Apotheke weiterhin Kunden. Patienten werden aufgefordert, vorab anzurufen, da nicht alle Standorte an der Aktion teilnehmen.
Der eintägige Ausstand könnte zwar kurzfristig zu Engpässen bei der Medikamentenversorgung führen. Die Organisatoren betonen jedoch, dass höhere Erstattungssätze die Zukunft der lokalen Apotheken sichern würden. Ohne Kurskorrektur droht der anhaltende Rückgang der Apothekenzahlen – mit der Folge, dass der Zugang zu lebenswichtigen Dienstleistungen weiter eingeschränkt wird.






