Bundesrechnungshof zerpflückt ineffizientes Beschaffungssystem der Bundeswehr
Anna KrauseBundesrechnungshof zerpflückt ineffizientes Beschaffungssystem der Bundeswehr
Bundesrechnungshof kritisiert Beschaffungssystem der Bundeswehr
Der Bundesrechnungshof hat schwere Bedenken gegenüber dem Beschaffungswesen der Bundeswehr geäußert. Kay Scheller, Präsident der Behörde, bezeichnete die aktuellen Strukturen als übermäßig komplex und langsam. Zwar gebe es Schutzmechanismen gegen Missbrauch, doch diese hätten eine Kultur der "organisierten Verantwortungslosigkeit" begünstigt.
Scheller betonte, dass angesichts sich wandelnder militärischer Anforderungen schnellere Entscheidungsprozesse nötig seien. Zu viele Akteure seien in die Beschaffungsbehörde eingebunden, was zu unnötigen Verzögerungen und Bürokratie führe. Er forderte, Fachleuten mehr Entscheidungsbefugnisse einzuräumen, um das Verfahren zu beschleunigen.
Die Bundeswehr hat bereits mit Reformen reagiert. Ein Gesetzentwurf, der am 9. Oktober 2025 im Bundestag beraten wird, sieht zentrale Änderungen vor: Dazu gehören die Anhebung der Schwelle für Direktvergaben auf 50.000 Euro, die Reduzierung von Dokumentationspflichten und die Beschleunigung von Prüfverfahren. Zudem sollen kleine Unternehmen und innovative Firmen leichter an Ausschreibungen teilnehmen können.
Weitere Schritte umfassen die Modernisierung öffentlicher Vergabeverfahren und die Stärkung von Genehmigungen für neue Beschaffungsmethoden. Geplant ist auch eine Überarbeitung der Unterschwellenvergabeordnung (UVgO) für Aufträge unter den EU-Schwellenwerten. Parallel treibt Deutschland Reformen auf europäischer Ebene voran.
Scheller zeigte sich zuversichtlich, dass sich Effizienzsteigerungen und wirksame Kontrollen vereinbaren lassen. Ziel sei es, Kosteneffizienz mit schnelleren und schlankeren Abläufen in Einklang zu bringen.
Beschaffungssystem der Bundeswehr vor tiefgreifendem Wandel
Das Beschaffungswesen der Bundeswehr steht vor weitreichenden Veränderungen, um Komplexität abzubauen und Entscheidungen zu beschleunigen. Die Reformen zielen darauf ab, überflüssige Bürokratie abzuschaffen, ohne finanzielle Kontrollmechanismen zu schwächen. Gelingen die Maßnahmen, könnte die deutsche Armee so besser auf künftige Herausforderungen vorbereitet werden.
Bundeswehr Beschaffungsreform Abgeschlossen: Neues Gesetz beschleunigt Bürokratie
Der Bundestag hat am 15. Januar 2026 das 'Planungs- und Beschaffungsbeschleunigungsgesetz' verabschiedet, das am 13. Februar 2026 in Kraft getreten ist. Dies ist ein wichtiger Schritt bei der Überholung des Beschaffungssystems der Bundeswehr. Die wichtigsten Änderungen sind:
- Abschaffung von Losausschreibungen zur Vereinfachung großer Vertragsgenehmigungen.
- Erweiterte direkte Vergaben unter EU-Sicherheitsausnahmen (Art. 346 AEUV).
- Einführung von Innovationspartnerschaften zur Beschleunigung von Verteidigungsverträgen.
- Flexible Marktberatungen zur Verbesserung der Industriezusammenarbeit.
- Vorauszahlungen (Vorschüsse) zur Unterstützung von Start-ups bei Angeboten.






