27 March 2026, 18:06

Bergisch Gladbach steuert auf Insolvenz zu – 50-Millionen-Loch und Jobverluste erschüttern die Stadt

Ein Plakat mit fetter schwarzer Schrift, die den Satz 'Trickle-Down Economics Doesn't Work' zeigt, auf einem weißen Hintergrund, eingerahmt von einem schmalen schwarzen Rand, begleitet von einem Zitat des Präsidenten.

Bergisch Gladbach steuert auf Insolvenz zu – 50-Millionen-Loch und Jobverluste erschüttern die Stadt

Bergisch Gladbach steuert auf eine sich verschärfende Finanzkrise zu – die Stadt könnte bereits 2027 insolvent werden. Wie der Haushaltsentwurf für 2026 zeigt, klafft ein Loch von fast 50 Millionen Euro, das zu Kürzungen bei Klimaprogrammen, Stadtmarketing und Personal führt. Gleichzeitig kämpfen lokale Unternehmen mit neuen Energievorschriften, was zu Betriebsstilllegungen und Arbeitsplatzverlusten führt.

Die finanziellen Probleme der Stadt verschärfen sich, obwohl die Steuerlast bereits über dem Durchschnitt Nordrhein-Westfalens liegt. Dennoch sieht der Haushalt 2026 weitere Steuererhöhungen vor, während Ausgabenposten beibehalten werden, die Kritiker als ungerechtfertigt bezeichnen. Der Kämmerer räumte ein, dass eine Insolvenz innerhalb der nächsten zwei Jahre kaum noch abzuwenden sei.

Der industrielle Niedergang trifft die Region hart. Der langjährige Dämmstoffhersteller Isover, der seit 94 Jahren am Standort produzierte, stellte Anfang 2025 die Produktion ein. Ausschlaggebend war das Gebäudeenergiegesetz (GEG), das das Unternehmen für die Unwirtschaftlichkeit der Fertigung verantwortlich machte. Offizielle Zahlen zu bundesweiten Arbeitsplatzverlusten in der Bauwirtschaft gibt es zwar nicht, doch bis Anfang 2025 planten bereits 38 Prozent der lokalen Industriebetriebe Entlassungen.

Ein weiteres Traditionsunternehmen, die Zanders-Papierfabrik, brach unter einer CO₂-Zertifikate-Rechnung in Höhe von sieben Millionen Euro zusammen. Das 200 Jahre alte Unternehmen hatte noch 380 Mitarbeiter beschäftigt. Im Februar 2026 bezeichnete Dr. Uwe Vetterlein von der Industrie- und Handelskammer die Deindustrialisierung der Region als "unaufhaltsam".

Auch die Klimaschutzbemühungen der Stadt stocken. Trotz eines eigenen Etatpostens konnten Überschwemmungen wie die Katastrophe 2021 im Strundepark nicht verhindert werden. Nun streicht der Haushalt 2026 die Stellen für Klimaschutzmanagement und Wärmeplanung – zusätzlich zu Kürzungen in Marketing und Verwaltung.

Als Reaktion legte die AfD-Fraktion im Rat einen Zehn-Punkte-Plan zur Kosteneinsparung vor, der auf Steuererhöhungen verzichtet. Die Details werden noch beraten.

Bergisch Gladbach steht damit vor einer doppelten Herausforderung: Eine Haushaltskrise treibt die Stadt in Richtung Insolvenz, während der Industriesektor unter regulatorischem Druck schrumpft. Der Verlust von Traditionsbetrieben wie Isover und Zanders hat Hunderten von Arbeitnehmern die Jobs gekostet, und die angespannte Finanzlage zwingt die Stadt zu weiteren Kürzungen. Ohne Gegenmaßnahmen drohen weitere Betriebsstilllegungen und Ausgabenkürzungen.

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